am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Veranstaltungsreihe zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht in Lich / Jubiläumsveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen der Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung zu Lich

08.11.2022

8. bis zum 29. November 2022

Anlässlich des Gedenkens an die Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 findet vom 8. bis zum 29. November 2022 eine Film- und Veranstaltungsreihe in Lich statt. Das vielfältige Veranstaltungsprogramm finden Sie unten.

Ein ausführlicher Artikel zur Novemberreihe in Lich ist am 1. November in der Gießener Allgemeinen erschienen. Zum Beitrag gelangen Sie hier

In diesem Jahr begeht die Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung zu Lich zudem ihr 25-jähriges Bestehen. Um dieses Ereignis zu würdigen, findet am 29. November um 19:30 Uhr eine Jubiläumsveranstaltung im Kulturzentrum Bezalel-Synagoge (Amtsgerichtsstraße 4, 35423 Lich) statt. Gegründet wurde die Stiftung 1997 von Ernst-Ludwig Chambré, einem aus dem oberhessischen Lich stammenden Holocaust-Überlebenden. 1987 nahm eine Schüler:innengruppe der Dietrich-Bonhoeffer-Schule (DBS) unter der Leitung des Licher Lehrers Klaus Konrad-Leder im Rahmen eines Rechercheprojektes Kontakt mit dem in die USA emigrierten Ernst-Ludwig Chambré auf. Es entspann sich ein intensiver Briefwechsel. Aus diesen Briefen wird Sven Görtz im Rahmen der Veranstaltung lesen. Prof. Dr. Sascha Feuchert (Arbeitsstelle Holocaustliteratur) wird in einem Vortrag den zeitgeschichtlichen Kontext bereitstellen.

Die nach Ernst-Ludwig Chambré benannte Stiftung hat es sich seit ihrer Gründung zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an das hessische Judentum aufrecht zu erhalten und zur Erforschung der Entstehungsbedingungen von Antisemitismus und Rassismus beizutragen. Zu diesem Zweck fördert die Stiftung u.a. Projekte und Publikationen der Arbeitsstelle Holocaustliteratur. Darüber hinaus finanziert sie seit 2017 gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität die Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftungsprofessur für Neuere Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Holocaust- und Lagerliteratur sowie ihre Didaktik am Institut der JLU Gießen. Im Mittelpunkt der Arbeit der Professur steht die literaturwissenschaftliche und -didaktische Untersuchung und Bearbeitung der Holocaust- und Lagerliteratur. Seit 2017 wird die Stelle von Prof. Dr. Sascha Feuchert besetzt, der die mit der Professur verbundene Arbeitsstelle Holocaustliteratur leitet.

Eine ausführliche Biografie Ernst-Ludwig Chambrés finden Sie hier. Weitere Informationen zur Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung finden Sie hier.

Das Programm der Novemberreihe: 

  • 8. November, 19 Uhr – Lesung von Feridun Zaimoglu aus seinem neuen Roman „Bewältigung“ im Kulturzentrum Bezalel-Synagoge
  • 9. November, 18 Uhr – Andacht in der Evangelischen Marienstiftskirche und Mahnwache zur Erinnerung an die aus Lich vertriebenen und deportierten jüdischen Familien
  • 17. November, 21 Uhr – Deutschlandpremiere des Dokumentarfilms „Hallelujah: Leonard Cohen, A Journey, A Song“ über den kanadisch-jüdischen Musiker Leonard Cohen im Kino Traumstern 
  • 18. November, 19 Uhr – "Menschenrechte früher und Heute": Literarisch-politisches Konzert mit Sven Görtz im vhs-Haus Lich
  • 23. November, 19:30 Uhr – Filmvorführung der Dokumentation „Fritz Bauers Erbe: Gerechtigkeit verjährt nicht“ im Kino Traumstern mit Regisseurin Isabel Gathof
  • 29. November, 19:30 Uhr – "Die Licher haben ein großes Schweigen": Lesung aus den Briefen von Ernst-Ludwig Chambré mit Sven Görtz und Prof. Dr. Sascha Feuchert (Arbeitsstelle Holocaustliteratur) zum 25-jährigen Bestehen der Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung zu Lich
  • 14. Dezember, 15 Uhr – Verlegung von 18 Stolpersteinen zur Erinnerung an jüdische Licher Mitbürger:innen an verschiedenen Orten in der Bahnhofsstraße (Treffpunkt: Bahnhofsstraße 19)

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