am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Veranstaltungsreihe mit Eva Umlauf zum Gedenken an die Pogromnacht. Hybrid-Veranstaltung an der AHL am 12. November

11.11.2021

12. November, 14:15 Uhr, digitaler Zugang per Webex    

Anlässlich des Gedenkens an die Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wird die Holocaustüberlebende Dr. Eva Umlauf in einer vom Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V. organisierten Vortragsreihe im Raum MIttelhessen über ihre Erlebnisse als Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz sprechen. Unter anderem wird sie am 12. November um 14:15 Uhr für ein Gespräch mit Studierenden an die AHL kommen. Die Veranstaltung wird zudem online über Webex übertragen, so dass auch externe Interessierte digital teilnehmen können. Der Link zur Veranstaltung, die von der Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung zu Lich finanziert wird, finden Sie hier:
Webex-Zugang: https://uni-giessen.webex.com/uni-giessen/j.php?MTID=me49cbc9dc8f3b0ab0c48adf8b059f781
Event-Kennnummer (Zugriffscode): 2734 224 8582

Termine für die weiteren Veranstaltungen in der Reihe finden Sie unten.Im Vortrag erzählt Eva Umlauf als eine der jüngsten Überlebenden von ihrem Leben nach Auschwitz. An die Zeit im Lager kann sie sich nicht erinnern, aber die Erlebnisse und das Erbe der Vergangenheit prägen bis heute ihren gesamten Lebensweg und den ihrer Familie.

Geboren wurde Eva Umlauf als Eva Hecht am 19. Dezember 1942 im Arbeitslager Nováky in der Slowakei. Die jüdischen Eltern waren dort zur Zwangsarbeit gezwungen. Mit dem letzten Transport aus Sered/Slowakei wurde Eva dann mit ihren Eltern nach Auschwitz deportiert, wo sie am 3. November 1944 eintrafen. Ihren Vater sah sie hier zum letzten Mal. Nach einem Todesmarsch starb er im Außenlager Melk des KZ-Mauthausen am 20. März 1945.
Bei der Evakuierung des KZ Auschwitz und dem Beginn der Todesmärsche in Richtung Westen blieben Eva und ihre schwangere Mutter im Lager zurück. Am 27. Januar 1945 wurden sie dort befreit. Eva war schwer krank, ihr Überleben eher unwahrscheinlich. Auch nach der Befreiung blieb die Mutter mit ihrer Tochter daher vorerst im Lager. Nach der Geburt der Schwester Nora im April 1945 reisten sie dann im Juni zurück in ihre Heimat. Die Mutter nahm zudem den elternlosen 6-jährigen Tommy mit, der ebenfalls aus ihrer Stadt Trencin stammte. Dort angekommen stellten sie fest, dass keiner aus ihrer Familie überlebt hatte.

Eva Hecht studierte in Bratislava Medizin, wurde in Kinderheilkunde promoviert und zog 1967 nach München, wo sie als Klinikärztin arbeitete, später eine Kinderarztpraxis betrieb und bis heute als Psychotherapeutin tätig ist. Im Januar 2011 sprach Eva Umlauf bei der Gedenkfeier in Auschwitz, seither engagiert sie sich als "Zeitenzeugin". "'Zeitzeuge' klingt in meinen Ohren schablonenhaft, apodiktisch, während der Plural 'Zeiten' bereits verschiedene Perspektiven und Zeitströme andeutet. Ein 'Zeitenzeuge' entgeht der Gefahr, auf die eine Zeitzeugenschaft reduziert zu werden", schreibt sie in ihren Erinnerungen, die sie unter dem Titel "Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen" 2016 zusammen mit Stefanie Oswalt im Verlag Hoffmann und Campe veröffentlicht hat. Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier.

Vortragstermine im November 2021:

8. Nov., 9:30 Uhr Herborn im Johanneum sowie 19:00 Marburg in der Synagoge
10. Nov., 9:00 Uhr Mainz im Landtag sowie 19:00 Uhr Butzbach in der Alten Turnhalle
11. Nov., 9:30 Uhr Walldorf im Gymnasium sowie 19:00 Uhr Wetzlar in der Stadtbibliothek
12. Nov., 14:15 Uhr Hybrid-Veranstaltung an der Arbeitsstelle Holocaustliteratur, JLU Gießen sowie 19:00 Uhr in Herborn im Johanneum

 


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