am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Tagebuch von Michael Kraus erschienen

13.05.2015

"Tagebuch 1942-1945. Aufzeichnungen eines Fünfzehnjährigen aus dem Holocaust"

Im April 2015 ist das Tagebuch von Michael Kraus als erster Band der neuen Reihe "Studien und Dokumente zur Holocaust- und Lagerliteratur" der Arbeitsstelle Holocaustliteratur und der Ernst-Ludwig Chambré-Stiftung zu Lich im Metropol Verlag erschienen. Unter dem Titel "Tagebuch 1942-1945. Aufzeichnungen eines Fünfzehnjährigen aus dem Holocaust" wurde das Zeugnis eines Teenagers, der unmittelbar nach Kriegsende sein Erleben der Verfolgung und Deportation auf Tschechisch niederschrieb, nun erstmals in deutscher Übersetzung herausgegeben.

Michael Kraus wurde am 28. Juni 1930 im böhmischen Trutnov als einziges Kind des Arztes Karel Kraus und seiner Frau Lotte geboren. Ende 1942 wurde die Familie ins Ghetto Theresienstadt deportiert und ein Jahr später in das Familienlager in Auschwitz-Birkenau. Die SS ermordete dort im Juli 1944 Michaels Vater Karel. Seine Mutter wurde im selben Monat als Zwangsarbeiterin in das KZ Stutthof deportiert, wo sie am 8. Januar 1945 starb. Im Januar 1945 wurde Michael Kraus mit einem Evakuierungstransport zunächst nach Mauthausen und weiter in das Außenlager Melk verschleppt. Nach der Räumung des Außenlagers Melk musste er einen mehrtägigen Fußmarsch von Mauthausen in das Auffanglager Gunskirchen durchstehen. Michael wurde am 5. Mai 1945 von der US Armee befreit. Über Wiener Neustadt, Bratislava und Prag kehrte er in seine Heimat zurück, wo er seine Erfahrungen von 1942 bis 1945 zusammen mit zahlreichen Zeichnungen in einem Tagebuch festhielt.

Das Tagebuch kann über den Buchhandel oder gegen eine Spende an den Förderverein der Arbeitsstelle Holocaustliteratur in Höhe von 19 Euro unter arbeitsstelle.holocaustliteratur@germanistik.uni-giessen.de bestellt werden.
 


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