am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Neue Studie zum NS-Terror - Mehr als 42.000 Orte des Grauens

06.03.2013

In einer dreizehn Jahre umfassenden Studie haben Wissenschaftler des Washingtoner Holocaust Memorial Museums ermittelt, dass die Vernichtungsmaschinerie der Nationalsozialisten noch deutlich größer war als bisher bekannt.
Im Interview mit Sabine Müller vom HR-Hörfunkstudio Washington erklärt der Holocaust-Forscher Geoffrey Megargee, dass es statt der bislang angenommenen 7000 in Europa mehr als 42.000 Orte gab, an denen die Nazis Menschen quälten und töteten. Darunter sind zu zählen: 30.000 Arbeitslager, mehr als 1100 jüdische Ghettos, fast 1000 Konzentrationslager und 500 Bordelle, in denen Frauen zur Prostitution gezwungen wurden.
Im Rahmen ihrer Recherchen werteten Megargee und seine Kollegen Unmengen an Material aus, darunter Interviews mit mehr als 400 Holocaust-Überlebenden sowie Untersuchungen aus mindestens einem Dutzend Ländern.
Aus den Rechercheergebnissen ziehen die Wissenschaftler das Fazit, dass die Lager so allgegenwärtig gewesen seien, dass die grausame Vernichtungsmaschinerie den Deutschen nicht verborgen geblieben sein könne und die Ausrede vieler Deutscher, sie hätten nichts von all dem gewusst, eine Lüge sei.
Den Interview-Podcast und weitere Informationen finden Sie hier. Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hat einen Artikel bezüglich der Studie veröffentlicht. Zu dem Artikel gelangen Sie hier.


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