am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Moses Fendel würdigt in der Sendung ′Gutenbergs Welt′ in WDR3 die gerade erschienene Neuausgabe von Bogdan Wojdowskis Roman ′Brot für die Toten′

04.06.2021

22. Mai 2021

 
Der Roman erzählt von der Hölle des Warschauer Gettos. Er schildert aus der Perspektive des zehnjährigen Jungen David das Leiden der hier auf engstem Raum eingesperrten Menschen und ihrem verzweifelten Überlebenskampf. So erhalten Davids Familie, aber auch die Menschen auf den Straßen, ihre Stimmen, ihre Gesichter und ihre Namen zurück.
 
"Brot für die Toten" sei "der tragische Gesang eines vielstimmigen und facettenreiches Figurenchors, sprachlich überaus reich, brillant übersetzt und immer wieder durchsetzt mit Elementen der reichen jüdischen Tradition, Riten, Feiertage, Geschichten aus dem Alten Testament, theologische und intellektuelle Debatten", so würdigt Fendel den Roman in seiner Rezension (Beginn ab Minute 32:30 der Sendung). Den Getto-Alltag beschreibe Wojdowski "dokumentarisch-kühl, in fanatischer Präzision und mit Millionen kleinster Details". Der Leser sei "mittendrin im Elend des Warschauer Gettos", heißt es weiter.
 
Erschienen ist der Roman 1971 in Polen. Eine erste deutsche Übersetzung wurde 1974 im Verlag Volk und Welt herausgegeben. Die Neuausgabe im Wallstein Verlag als erster Band in der zehnbändigen "Bibliothek der polnischen Holocaustliteratur" wird von Sascha Feuchert, Lothar Quinkenstein und Ewa Czerwiakowski herausgegeben. Aus dem Polnischen übersetzt wurde der Roman von Henryk Bereska. Finanziell unterstützt wurde die Edition durch den Förderverein der Arbeitsstelle Holocaustliteratur.
 
Zur Rezension in WDR 3 gelangen Sie hier
 
Weitere Informationen zum Roman erhalten Sie auf den Seiten des Wallstein Verlags hier
 
Bogdan Wojdowski: Brot für die Toten.
Herausgegeben von Sascha Feuchert, Lothar Quinkenstein, Ewa Czerwiakowski.
Aus dem Polnischen übersetzt von Henryk Bereska
Reihe: Bibliothek der polnischen Holocaustliteratur; Bd. 1
ISBN 978-3-8353-3817-3 (2021)

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