am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Charlotte Kitzinger seit 1. Juli 2020 neue Geschäftsführerin der Arbeitsstelle Holocaustliteratur

03.07.2020

Seit 1. Juli 2020

Kaum eine Mitarbeiterin kennt die Arbeitsstelle Holocaustliteratur so lange und hat deren Arbeit so maßgeblich mit geprägt und vorangetrieben wie sie: Charlotte Kitzinger, die schon als studentische Hilfskraft an der AHL mitgewirkt hat, ist seit Anfang des Monats neue Geschäftsführerin der auch international renommierten Einrichtung der JLU.  

Charlotte Kitzinger hat von 1996 bis 2002 an der Justus-Liebig-Universität Gießen Germanistik, Anglistik, Komparatistik sowie Text- und Mediengermanistik auf Magister studiert. Im Anschluss ist sie für ein Aufbaustudium nach Schweden gegangen und hat dort „Practical English in Cross-Cultural Communication“ und „Kultur, Medien und Globalisierung“ an der Hochschule Malmö studiert. 

Seit 2003 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der AHL und war bis 2010 auch ECTS-Fachkoordinatorin am Institut für Germanistik der JLU Gießen. 

In ihrem Promotionsprojekt „Fiktionen über den Holocaust. Zu der Notwendigkeit und den Grenzen von Geschichten über Geschichte“ untersucht sie, wie fiktionale Texte der Holocaust- und Lagerliteratur von dem geschichtlichen Ereignis erzählen. Hierbei geht sie von der Grundannahme aus, dass das Erzählen fundamental für den sozialen und biologischen Menschen ist und die Basis für sein Denken, Handeln und seine Kultur darstellt.

Von August 2012 bis August 2015 war Charlotte Kitzinger wissenschaftliche Mitarbeiterin im GeoBib-Projekt „Frühe deutsche bzw. polnischsprachige Holocaust- und Lagerliteratur (1933-1949) – annotierte und georeferenzierte Online-Bibliographie zur Erforschung von Erinnerungsnarrativen“. Sie hat dieses Projekt mit ihrer Arbeit maßgeblich und federführend vorangetrieben. 

Seit 2016 leitet sie das Forschungsprojekt „Frühe Texte der Holocaust- und Lagerliteratur“, das die frühen Texte der deutschsprachigen Holocaust- und Lagerliteratur von 1933 bis 1949 bibliographisch in einer Online-Datenbank erfasst. Ziel ist es, diese Datenbank unter dem neuen Titel „Online-Enzyklopädie der Holocaust- und Lagerliteratur“ ab 2021 massiv auszubauen, indem auch alle ab 1979 bis heute publizierten fiktionalen Werke aufgenommen und erschlossen werden.

Neben den bisher genannten Tätigkeitsfeldern ist Charlotte Kitzinger außerdem verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der AHL, die in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen hat. Sie war an zahlreichen weiteren Editions- und Forschungsprojekten maßgeblich beteiligt. So hat sie beispielsweise 2018 gemeinsam mit Markus Roth in der Schriftenreihe „Studien und Dokumente der Holocaust- und Lagerliteratur“ der Arbeitsstelle Holocaustliteratur und der Ernst-Ludwig-Chambré Stiftung zu Lich den Band Francesco Fausto Nitti „Pferde: 8 – Personen: 70. Von Südfrankreich nach Dachau. Ein zeitgenössischer Bericht über den 'Geisterzug' 1944“ herausgegeben. 

 

 


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Arbeitsstelle Holocaustliteratur
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