am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

„Internationaler Tag der Roma“

08.04.2019

8. April 2019

Der 8. April ist seit dem Jahr 1990 der Internationale Tag der Roma. Weltweit wird an diesem Tag auf die Diskriminierung und Ausgrenzung der größten Minderheit Europas aufmerksam gemacht. Während des Nationalsozialismus wurden etwa 500.000 Sinti und Roma verfolgt und ermordet. Es dauerte viele Jahre bis der Völkermord überhaupt anerkannt wurde. Die Diskriminierung und Ausgrenzung wurde nach 1945 nahtlos weitergeführt. Erst in den 1970er Jahren fand allmählich ein Paradigmenwechsel statt.

Der 8. April steht daher in Verbindung mit den Anfängen der Roma-Bürgerrechtsbewegung und dem ersten Welt-Roma-Kongress am 8. April 1971 in London. Dort wurde erstmalig die Flagge und Hymne der Roma als Symbol der Bürgerrechtsbewegung anerkannt und die Bezeichnung „Zigeuner“ abgelehnt. Roma erfahren bis heute alltäglich Diskriminierung und Ausgrenzungsformen. Die Ressentiments gegenüber der Minderheit sind in großen Teilen der Gesellschaft stets vorhanden. Ob bei der Wohnungssuche oder im Berufsleben – Vorurteile bestimmen den Alltag der Roma. Ende März 2019 hat der Bundestag eine Expertenkommission zum Kampf gegen den Antiziganismus zusammengestellt. Bis 2021 sollen Handlungsempfehlungen zusammengestellt und die Formen des Antiziganismus auch in anderen EU-Staaten beleuchtet werden. Heute – am Internationalen Tag der Roma – wird mit Aktionen auf die Diskriminierung aufmerksam gemacht, um damit ein Zeichen gegen die Ausgrenzung der Minderheit und für eine gleichberechtige Teilhabe in der Gesellschaft zu setzen.


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