am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

„Different Horrors, Same Hell“ - Vortrag von Charlotte Kitzinger im Frauenkulturzentrum Gießen

20.10.2021

3. November 2021, 19 Uhr

Unter dem Titel „Different Horrors, Same Hell“ wird Charlotte Kitzinger am 3. November 2021 um 19 Uhr im Frauenkulturzentrum Gießen über literarische Zeugnisse und Erzählungen von Frauen über die Konzentrationslager sprechen.

Der Titel der 2013 von Myrna Goldenberg und Amy Shapiro herausgegebenen Aufsatzsammlung „Different Horrors, Same Hell“ weist darauf hin, dass die Vefolgungsbedigungen für jüdische Männer und Frauen in wesentlichen Teilen sehr unterschiedlich waren. „Die Kriege gehören den Männern, daher auch die Kriegserinnerungen“, schrieb Ruth Klüger 1992 in ihren Erinnerungen „weiter leben“. Dies galt vielfach auch für die Holocausterfahrungen von Frauen. Bis in die 1980er Jahre hinein wurde oft noch stillschweigend vorausgesetzt, dass die Perspektive der männlichen Häftlinge repräsentativ für die Erlebnisse aller Holocaust-Opfer war. Die Erfahrungen und die (Überlebens-)Bedingungen von Frauen, die zwischen 1939 und 1945 in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern inhaftiert waren, unterschieden sich jedoch in mehrfacher und entscheidender Hinsicht sehr von denen der männlichen Gefangenen. Dabei haben überlebende Frauen ihre vielfältigen Erlebnisse bereits unmittelbar während der Geschehnisse und bis heute in einer Vielzahl von literarischen Werken (Autobiografien, Erlebnisberichten, Romanen) festgehalten und erzählt. Einige Beispiele, wie etwa die Erlebnisberichte von Seweryna Szmaglewska „Die Frauen von Birkenau“ (polnisches Original 1945) und Krystyna Zywulska „Wo vorher Birken waren“ (polnisches Original 1946), aber auch Liana Millus Erzählung „Rauch über Birkenau“ (italienisches Original 1946), Cordelia Edvardsons autobiografischer Roman „Gebranntes Kind sucht das Feuer“ (schwedisches Original 1984) sowie Ruth Klügers Erinnerungswerk „weiter leben“ (deutsches Original 1992) sollen im Vortrag vorgestellt und daran das spezifische Leiden von Frauen im Konzentrationslager sowie die Themen und Formen weiblicher Holocaust- und Lagerliteratur aufgezeigt werden. 

Die Veranstaltung findet unter den Bedigungen der 3G-Regeln im Frauenkulturzentrum (Wallstorstraße 1, 35390 Gießen, Eingang Wetzsteinstraße) statt. Email: buero@frauenkulturzentrum-giessen.de, Tel. 0641 13071. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Frauenkulturzentrum hier.


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