am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

′Fotos aus Sobibor′ – Präsentation eines außergewöhnlichen Bilderfunds zum Holocaust am 28. Januar in Berlin

20.01.2020

28. Januar 2020

Am 28. Januar um 19 Uhr präsentiert das Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V. zusammen mit der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart und dem Metropol Verlag in der "Topographie des Terrors" in Berlin einen außergewöhnlichen Bilderfund zum Holocaust. Die mehr als 350 Fotos und zahlreichen Dokumente stammen aus dem Besitz des SS-Mannes Johann Niemann. Er war stellvertretender Lagerkommandant des Vernichtungslagers Sobibor. Niemann wurde am Tag des Aufstands der jüdischen Gefangenen, dem 14. Oktober 1943, getötet. Zuvor dokumentierte er in zwei Alben und weiteren Einzelfotos seine gesamte Karriere in der SS – vom Konzentrationslager Esterwegen, über die Verbrechen der sogenannten "Euthanasie" bis zur "Aktion Reinhard", wo er in Belzec und Sobibor eingesetzt und maßgeblich für die Umsetzung des Mordprogramms verantwortlich war. Die Fotosammlung bietet eine einzigartige Möglichkeit, um einen weithin unbekannten Aspekt des Holocaust wie die "Aktion Reinhard" bekannt zu machen und in Erinnerung zu halten.

Der Bestand wurde in einem Kooperationsprojekt des Bildungswerks Stanislaw Hantz e.V. mit der Forschungsstelle Ludwigsburg wissenschaftlich bearbeitet und wird nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die BVB-Stiftung "leuchte auf" hat den Druck des Buches "Fotos aus Sobibor – Die Niemann-Sammlung zu Holocaust und Nationalsozialismus" unterstützt.

Weitere Informationen zum Band und der Präsentation am 28. Januar finden Sie auch hier.
 

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