am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Veranstaltungshinweis: „Onkel, behalt mich hier, ich will doch nicht nach Auschwitz“ - Lesung und Ausstellungseröffnung im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg

28. September, ab 19 Uhr

Die Historikerin Annette Leo liest am Mittwoch, 28. September, um 19 Uhr im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg aus ihrem Buch „Das Kind auf der Liste. Die Geschichte von Willy Blum und seiner Familie“, das auch vom Verschweigen einer Opfergruppe in der Nachkriegszeit erzählt. Die Lesung kann auch via Zoom besucht werden.

Im Anschluss werden durch und in Anwesenheit von Holocaust-Überlebenden und Familienangehörigen in der Dauerausstellung neun biografische Koffer der Öffentlichkeit übergeben. Sie rücken die Lebensgeschichten verfolgte Kinder und Jugendlicher in den Mittelpunkt. Darunter auch die Geschichte von Willy Blum und den 200 Kindern von Buchenwald, deren Namen sich auf der Deportationsliste in die Vernichtung finden. „Onkel, behalt mich hier, ich will doch nicht nach Auschwitz“ lautet das Zitat eines Buchenwald-Häftlings, der den Kindern im Lager noch begegnet ist. 

Willy Blum war 16 Jahre alt, als er ermordet wurde. Von ihm überdauerte nur ein Eintrag auf einer Deportationsliste, neben dem durchgestrichenen Namen von Stefan Jerzy Zweig, der durch den Roman „Nackt unter Wölfen“ weltweit Berühmtheit erlangte. Das Schicksal von Willy Blum aber blieb lange völlig unbekannt. Erst die Historikerin Annette Leo sich auf Spurensuche und recherchierte die Geschichte des Sinto-Jungen und seiner Familie. 

Für die persönliche Teilnahme an der Veranstaltung wird um vorherige Anmeldung unter info@sintiundroma.de gebeten. Die Lesung aus „Das Kind auf der Liste“ kann via Zoom auch digital besucht werden. Der Teilnahmelink kann ebenfalls unter info@sintiundroma.de erfragt werden.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und Ausstellung finden Sie hier.
 

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