am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Neuerscheinung: Abschrift des Tagebuchs von Haim Wiederspiel im Open Access in Zusammenarbeit mit der UB Gießen über JLUPub veröffentlicht

15.06.2026

Mai 2026

Ende Mai 2026 erschien eine wortgetreue Abschrift des Tagebuchs von Haim Wiederspiel auf JLUPub, dem institutionellen Repositorium der Justus-Liebig-Universität Gießen. Die Veröffentlichung entstand in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Gießen und steht im Open Access zur Verfügung. Herausgegeben wurde die Edition von Sandra Binnert unter Mitarbeit von Janette Dittrich, Janine Kollmannsperger und Lena Kücherer.

Das handschriftliche Tagebuch dokumentiert Haim Wiederspiels Flucht- und Überlebensgeschichte während des Zweiten Weltkriegs von September 1939 bis Juli 1944: Nach der Bombardierung seiner Heimatstadt nahe des heutigen Lwiw flieht er mit seiner Familie und hält seine Erlebnisse in einem kleinen Notizbuch mit Buntstiften fest. Das Tagebuch schildert unmittelbar und ungefiltert die Lebensrealität jüdischer Verfolgter unter deutscher Besatzung, darunter Zwangsarbeit, die Errichtung des Lemberger Gettos, gewaltsame Übergriffe sowie den Verlust naher Angehöriger.

Trotz der allgegenwärtigen Bedrohung gelingt es Wiederspiel, unterstützt von seinem Bruder Mendel und weiteren mutigen Helfenden, über Jahre hinweg im Versteck zu überleben. Verfasst in einer von osteuropäischen und jiddischen Einflüssen geprägten Sprache, stellt das Dokument ein bedeutendes historisches Zeugnis des Holocaust dar und gewährt Einblicke in den von Gewalt, Angst und Verfolgung geprägten Alltag jüdischer Menschen im besetzten Polen und in der Ukraine.

Die 26-seitige Abschrift ist online hier verfügbar.

Haim Wiederspiel
Tagebuch, 01.09.1939–27.07.1944
Hrsg. von Sandra Binnert
Unter Mitarbeit von Janette Dittrich, Janine Kollmannsperger und Lena Kücherer
DOI: https://doi.org/10.22029/jlupub-20869


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