Das Literarische Zentrum Gießen (LZG), die Hessische Landeszentrale für politische Bildung und die Arbeitsstelle Holocaustliteratur laden am Freitag, den 24. April 2026, zu einer Lesung mit der Buchkünstlerin, Verlegerin und Autorin Roswitha Quadflieg (*1949) ein. Als jüngste Tochter des berühmten Schauspielers Will Quadflieg, der seine Karriere während der NS-Zeit begann, setzt sie sich in ihrem Buch „Ich will lieber schweigen“ (Kanon Verlag, 2025) mit dem schwierigen Erbe ihres Vaters auseinander.
Als die Rote Armee im März 1945 täglich näher an Berlin heranrückt, grassieren Angst und Verzweiflung unter der Zivilbevölkerung. Gibt es eine Möglichkeit, zu entkommen? Die Eltern von Roswitha Quadflieg entschließen sich zur Trennung. Er, einer der berühmtesten Schauspieler der Zeit, beginnt, ein Tagebuch für seine Frau zu schreiben. Als ihre Mutter stirbt, findet Roswitha Quadflieg das Tagebuch zusammen mit zahlreichen Briefen des Vaters. Diese Dokumente zeugen von Flucht, Angst, Liebe und der Behauptung einer „richtigen“ deutschen Kultur, aber auch von Schuld, falscher Sprache, Lüge und Selbstlüge. In ihrem Sachbuch rekonstruiert Roswitha Quadflieg 104 Tage aus dem Leben ihres Vaters und konfrontiert ihn posthum damit – ein Zwiegespräch, das es zu Lebzeiten nie gegeben hat.
Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Margarete-Bieber-Saal der JLU Gießen. Die Moderation übernimmt Prof. Sascha Feuchert (LZG | AHL). Der Eintritt ist frei, eine Reservierung wird jedoch empfohlen.
Mehr Informationen zur Veranstaltung und zur Kartenreservierung erhalten Sie auf den Seiten des Literarischen Zentrums Gießen hier.