Am Dienstag, den 26. Mai 2026, zeigt das Kinocenter Gießen um 18:30 Uhr den Dokumentarfilm „Der Rhein fließt ins Mittelmeer“ (2023). Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit dem Regisseur Offer Avnon sowie Dr. Silvia Richter (Goethe-Universität Frankfurt am Main) statt. Die Moderation übernimmt Dilara Kanbiçak (Justus-Liebig-Universität Gießen). Der Eintritt ist frei.
In seinem sehr persönlichen Dokumentar-Essay, der auf dem Haifa Film Festival seine Premiere feierte und 2021 die DOK Leipzig eröffnete, geht der israelische Regisseur Avnon der Frage nach, wie die Shoah das Bewusstsein und die Wahrnehmung der heutigen Gesellschaft in Deutschland, Polen und Israel prägt. Als Sohn eines polnischen Holocaust-Überlebenden lebte Avnon selbst zehn Jahre in Deutschland, bevor er in seine Heimatstadt Haifa zurückkehrte.
Der Film ist eine assoziative Montage aus ruhigen Landschaftsaufnahmen, Alltagsgegenständen und intensiven Gesprächsfragmenten. Avnon begegnet dabei ganz unterschiedlichen Menschen: Überlebenden in Israel, einer polnischen Freiwilligen, einem ehemaligen Bundeswehrsoldaten sowie Nachbarn in Deutschland. Entstanden ist eine visuelle Erinnerungsreise, die weniger fertige Antworten gibt, sondern vielmehr die emotionalen Nachwirkungen von Trauma, Verdrängung und die schwierige Suche nach Identität zwischen den Kulturen erforscht.
Das anschließende Gespräch bietet Gelegenheit, zentrale Themen des Films zu vertiefen sowie Fragen zu stellen und in den Austausch zu treten.
Weitere Informationen zum Film finden Sie hier.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main (Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Buber-Rosenzweig-Institut, LOEWE-Zentrum „Dynamiken des Religiösen“) sowie der Justus-Liebig-Universität Gießen (Fachbereich 04 – Akzentbereich „Theologie(n), Diversität und Gesellschaft“).