In der Ausgabe des Times Literary Supplement vom 1. Mai 2026 (Nr. 6404, S. 41) ist eine ausführliche Besprechung von Prof. Dan Stone (University of London) zu dem Lagertagebuch des Isy Aronowitz erschienen. Der Band wurde als 16. Titel der gemeinsamen Schriftenreihe der Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung zu Lich und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur im Metropol Verlag veröffentlicht. Herausgegeben wurde er von Prof. Christoph Heyl; ein Vorwort verfasste der Schriftsteller Richard Aronowitz-Mercer.
In seiner Rezension würdigt Stone das Tagebuch als „a precious document, not only because it is one of few pieces of evidence concerning a small camp about which little is known, but also because it describes how a young man persecuted as a Jew responded to the complex situation in which he was placed.”
Isy Aronowitz, 1913 in eine jüdische Familie in Wuppertal-Elberfeld geboren, wurde 1938 als „Ostjude“ deportiert. Er kam zunächst in das Getto Lodz/Litzmannstadt und anschließend in zwei Lager, in denen er Zwangsarbeit beim Bau einer Autobahn in den zu erobernden Osten sowie in der Rüstungsindustrie leisten musste. Es gelang ihm, zwischen Dezember 1940 und August 1943 seine Erfahrungen in einem Tagebuch festzuhalten. Aronowitz überlebte die Deportation nach Auschwitz und weitere Lager, konnte einem Todesmarsch entkommen und emigrierte nach der Befreiung nach Australien. Er starb 1989 in Melbourne. Sein Tagebuch blieb erhalten: Richard Aronowitz-Mercer entdeckte es im Nachlass seiner 1992 früh verstorbenen Mutter, der Nichte von Isy Aronowitz.
Mit dem Lagertagebuch liegt erstmals eine umfangreiche Quelle vor, die aus der Perspektive eines Zwangsarbeiters über den Alltag beim Autobahnbau spricht. Das Dokument ist daher wie kein anderes geeignet, dessen Rolle im NS-System als Thema sichtbarer zu machen.
Die Besprechung ist in voller Länge unter dem Titel „Notes from the Grey Zone. The Diary of a Concentration Camp Survivor“ hier nachzulesen.
Ein hörenswertes Feature von Constanze Baumgart und Micha Guttmann zur Edition wurde zudem bereits am 30. Januar 2026 im Deutschlandfunk gesendet und steht online hier zur Verfügung.
Weitere Informationen zum Band sowie Bestellmöglichkeiten finden Sie hier auf den Seiten des Metropol Verlags.