am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Wettbewerbsarbeit zu Lucie Jacobi an die Arbeitsstelle Holocaustliteratur übergeben / Führung „Auf den Spuren von Lucie Jacobi“ am 8. März an der Ricarda-Huch-Schule Gießen

05.03.2026

Dieser Tage überreichte Karlotta Zimmer, Schülerin des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums Gießen, eine gebundene Ausgabe ihrer prämierten Wettbewerbsarbeit über Dr. Lucie Jacobi (1886–1968) an die Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen. Anwesend waren neben Prof. Dr. Sascha Feuchert und Dr. Anika Binsch vom Team der AHL auch Christel Buseck von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gießen e. V., deren Initiative die Finanzierung von Druck und Bindung der Arbeit ermöglicht hatte, sowie Politiklehrerin und Tutorin Hilde Hammermann.

In ihrer Studie, ausgezeichnet 2024 mit einem Förderpreis auf Landesebene im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten (Körber-Stiftung), beleuchtet Zimmer das bewegte Leben Lucie Jacobis – einer Frau, die sich in Zeiten politischer Umbrüche und gesellschaftlicher Einschränkungen unbeirrt für ihre Werte einsetzte. Jacobi, aus einer jüdischen Familie in Worms stammend, gehörte zu den ersten promovierten Lehrerinnen Deutschlands. Während der NS-Diktatur verlor sie ihre Stellung, emigrierte nach England und kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Gießen zurück. Als Direktorin des Gießener Mädchengymnasiums – der heutigen Ricarda-Huch-Schule – trat sie engagiert für Demokratie, kritisches Denken und die Förderung von Mädchenbildung ein. Mit der Entscheidung, der Schule 1948 den Namen der Schriftstellerin Ricarda Huch zu geben, setzte sie ein bewusstes Zeichen für Mut, Integrität und geistige Unabhängigkeit.

Die gebundene Fassung der Arbeit mit dem Titel „Lucie Jacobi – Leben zwischen Grenzen“ wird künftig einen Platz im Oskar-Singer-Raum der Universitätsbibliothek (UB) Gießen erhalten. Für die Übergabe und ihr Engagement bei der Aufarbeitung der Lebensgeschichte Lucie Jacobis dankt die Arbeitsstelle Holocaustliteratur Karlotta Zimmer sehr herzlich!

Darüber hinaus wurden zwei weitere Studien übergeben, die von Schülerinnen des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten erarbeitet wurden und nun ebenfalls in die Universitätsbibliothek aufgenommen werden. Es handelt sich um die Arbeiten „‚Die Zusammenlegung von jüdischen Familien bzw. Mietern geht hier augenblicklich in verstärktem Tempo voran‘ – Die Enteignung von Juden und die Vertreibung aus ihren Wohnungen während des Nationalsozialismus in Gießen” von Paula Sophie John, die im Wettbewerb mit einem Landespreis ausgezeichnet wurde, sowie „‚Die aus bekannten Gründen eingetretene katastrophale Rückläufigkeit der … betriebenen Anwaltspraxis zwingt mich …‘ – Jüdische Rechtsanwälte aus Gießen zwischen Verfolgung, Selbstbehauptung und Emigration 1933–1945” von Elisabeth Thalia Rachel Aberschanski.


Veranstaltungstipp: Unter dem Titel „Auf den Spuren von Lucie Jacobi“ lädt der Soroptimist International Club Gießen am Sonntag, 8. März 2026, ab 11 Uhr, zu einer Führung mit Karlotta Zimmer durch das Jugendstilgebäude der Ricarda-Huch-Schule ein. Treffpunkt ist der Schulhof der Schule. Die Veranstaltung ist Teil des Aktionswochenendes zum Internationalen Frauentag (6.–9. März) in Gießen. Das vollständige Programm mit Workshops, Informationsveranstaltungen und kreativen Aktionen finden Sie hier.


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