am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Symposium des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt: Der Börneplatz-Konflikt 1987 revisited 30 Jahre danach

15.08.2017

20. August 2017

Die archäologischen Funde am Frankfurter Börneplatz lösten 1987 eine Auseinandersetzung aus, in der erstmals in der Bundesrepublik heftig darum gestritten wurde, wie nach dem Holocaust mit Zeugnissen jüdischer Geschichte umzugehen sei. Es ging um die Deutung der Ruinen des ersten jüdischen Ghettos in Europa: Waren sie eher Zeugnisse eines Schutzraumes für die Juden oder ihrer Ausgrenzung? Sollte – nach dem Höhepunkt des Historikerstreits – Geschichte im Museum "entsorgt" werden? Zeigten sich im Umgang mit den archäologischen Funden auch antisemitische Ressentiments?
 
Das Symposium soll durch Vorträge und Diskussionen von Dr. Tobias Freimüller, Cilly Kugelmann, Joseph Cronin, Prof. Dr. Nikolaus Hirsch, Prof. Dr. Salomon Korn und Prof. Dr. Micha Brumlik neue Perspektiven auf diese Fragen eröffnen und den Börneplatz-Konflikt historisch kontextualisieren. Es wird von einer ganztägigen Aktion im Museum Judengasse begleitet, die die Erinnerungen an das Geschehen einsammeln und für zukünftige Generationen bewahren will. Die Veranstalter rufen daher auch dazu auf, persönliche Erinnerungen an den Börneplatz-Konflikt oder gar Fotos, Dokumente, Transparente und Flyer von damals mitzubringen. Die Museumskuratorinnen und Kuratoren sowie der ARD-Hörfunkjournalist Jochanan Shelliem werden den ganzen Tag vor Ort sein, um sich mit den Teilnehmern zu unterhalten, die materiellen Erinnerungen einzusammeln und die Geschichten aufzuzeichnen.
 
Das Symposium findet am Sonntag, 20. August 2017, von 13:30 bis ca. 19:00 Uhr im Museum Judengasse (Battonnstraße 47, Frankfurt am Main) statt. Der Eintritt ist frei.
 
Weitere Informationen finden Sie hier.

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