In der Reihe „Judaica Łódzkie“ ist der polnische Band „Reportaże i eseje z getta łódzkiego“ erschienen. Die Publikation versammelt Reportagen und Essays des Journalisten und Schriftstellers Oskar Singer, die das Leben im Getto Lodz/Litzmannstadt während der deutschen Besatzung dokumentieren. Die polnische Übersetzung stammt von Krystyna Radziszewska; die wissenschaftliche Redaktion übernahmen Ewa Wiatr, Krystyna Radziszewska und Sascha Feuchert.
Oskar Singer war vor dem Zweiten Weltkrieg als Journalist und Schriftsteller in Prag tätig. Nach seiner Deportation in das Getto Lodz/Litzmannstadt im Herbst 1941 arbeitete er in der Archivabteilung der jüdischen Gettoverwaltung, die mit der Dokumentation und Sicherung von Materialien zum Leben im Getto betraut war. In diesem Zusammenhang entstanden unter anderem die Chronik sowie die Enzyklopädie des Gettos. Singer galt als einer der aktivsten Chronisten und prägte seit seiner Ernennung zum Leiter des Archivs auch die Gestaltung der Chronik maßgeblich mit.
Die nun veröffentlichte Sammlung enthält die Reflexionen des Autors über den Alltag, die Entbehrungen und die Erfahrungen der jüdischen Bevölkerung und dokumentiert zugleich die Realitäten der nationalsozialistischen Besatzung sowie die dramatischen Ereignisse jener Zeit. Ergänzt wird der Band durch Beiträge von Sascha Feuchert über Oskar Singers journalistische und literarische Tätigkeit in Prag, von Krystyna Radziszewska über Prager Jüdinnen und Juden vor ihrer Deportation nach Łódź (1939–1941) sowie von Ewa Wiatr über Singers Tätigkeit im Getto.
Weitere Informationen sowie eine Bestellmöglichkeit finden Sie auf den Seiten des Verlags der Universität Łódź hier.
Reportaże i eseje z getta łódzkiego – Oskar Singer
Hrsg. v. Krystyna Radziszewska, Ewa Wiatr und Sascha Feuchert
Łódź: Verlag der Universität Łódź, 2026
330 Seiten
ISBN: 978-83-8331-980-3
e-ISBN: 978-83-8331-981-0
DOI: https://doi.org/10.18778/8331-981-0