Das Jugendbildungswerk und die DEXT-Fachstelle der Universitätsstadt Gießen laden herzlich zu einem Vortrag mit dem Titel „Mischehen – ein Werkstattbericht aus Gießen“ ein. Die Referentinnen Michelle Damm von der Arbeitsstelle Holocaustliteratur und Soziologin Randi Becker präsentieren ihre Forschungen zu einer wenig bekannten Deportation jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus Gießen in das Getto Theresienstadt im Februar 1945. Betroffen waren Jüdinnen und Juden, die in sogenannten „Mischehen“ lebten. Die Studentin Helena Rist hatte diese Ereignisse erstmals im Rahmen eines Forschungsprojekts bekannt gemacht.
Anhand umfangreicher Archivrecherchen konnten Damm und Becker den Ablauf der Deportation rekonstruieren. In ihrem Werkstattbericht geben sie einen Einblick in ihre Vorgehensweise, die Auswertung von tausenden Aktenseiten sowie die noch bestehenden offenen Fragen. Die Ergebnisse werden im kommenden Jahr in Zusammenarbeit mit dem Stadttheater Gießen, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und der DEXT-Fachstelle Gießen in Form eines Audiowalks umgesetzt.
Stattfinden wird die Veranstaltung am Montag, den 24. November 2025, ab 18 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum Jokus (Ostanlage 25a, 35390 Gießen). Der Eintritt ist frei; eine vorherige Anmeldung zur Veranstaltung ist hier erforderlich.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Erinnern, mahnen, wachsam sein“ rund um den 9. November, die jährlich von dem Jugendbildungswerk Gießen, dem Kulturamt Gießen und der DEXT-Fachstelle der Universitätsstadt Gießen organisiert wird. Mit ihren vielfältigen Angeboten will die Reihe an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern und aufzeigen, wie und wo sich nationalsozialistisches Gedankengut bis heute fortwirkt sowie Kompetenzen vermitteln, die es braucht, um antisemitischem und diskriminierendem Verhalten entgegenzutreten. Nähere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie hier.