am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Licher Ausstellung: “Rettungswiderstand in Dieulefit“

15.01.2013

Der "Förderverein für Städtepartnerschaften der Stadt Lich" lädt alle Interessierten am Mittwoch, den 23. Januar 2013, um 20 Uhr zur Ausstellungseröffnung "Rettungswiderstand in Dieulefit" durch Ministerpräsident Bouffier, den Bürgermeistern von Lich und Dieulefit sowie weiteren Gästen in die Kreisvolkshochschule Lich ein. Mit der Wahl des Eröffnungsdatums wird der 50. Jahrestag des Elyseevertrags (22. Januar 1963) gewürdigt.

Während der Zeit des Vichy-Regimes und der deutschen Okkupation in Frankreich wurden zwischen 1940 und 1944 sehr viele Verfolgte des Regimes in Dieulefit versteckt und gerettet. Dazu zählten insbesondere jüdische Kinder und solche von Emigranten und Widerstandskämpfern aus Frankreich, Polen, Spanien und Deutschland. Die Ausstellung zeigt mit Fotos, Dokumenten und Zeitzeugenberichten diesen wirksamen stillen Widerstand in der Region der Licher Partnerstadt. Keiner der Helfer wurde denunziert.

Anna Tüne (Verein "Courage gegen Fremdenhass"), die die Ausstellung auf Grundlage der Recherchen von Prof. Delpal (Patrimoine, Memoire, Histoire) erarbeitet hat, kam in der Nachkriegszeit mit ihrer Familie nach Dieulefit und hat das Buch "Von der Wiederherstellung des Glücks" veröffentlicht, in dem sie ihre Kindheit in der Provence wenige Jahre nach der nationalsozialistischen Okkupation beschreibt.
Die Ausstellung ist eingebettet in das Vorhaben "Topographien der Menschlichkeit", mit dem der Berliner Verein unterschiedliche Beispiele von Rettungswiderstand dokumentieren will (z.B. Bulgarien, Argentinien, Ruanda, Jugoslawien)
"Rettungswiderstand in Dieulefit" ist noch bis zum 17.03. 2013 in Lich zu sehen und wird dann bundesweit gezeigt werden. Zudem hat der "Förderverein für Städtepartnerschaften der Stadt Lich" ein Rahmenprogramm koordiniert, das die Ausstellung begleiten wird (workshops, Vorträge, Lesungen, Film).

Veranstalter: Courage gegen Fremdenhass e.V., in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule des Landkreis Gießen, dem Förderverein für Städtepartnerschaften und dem Förderverein Stadtbibliothek Lich e.V.
Gefördert wurde die Ausstellung in Lich von der Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung, der Stadt Lich, der hessischen Landesregierung, der OVAG Friedberg, der HSE-Stiftung Darmstadt und Arbeit und Leben, DGB /VHS Herford.


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