am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Lesung, Filmvorführung und Diskussion mit Prof. Dr. Sascha Feuchert und Dr. Matthias Huff: „Moses Rosenkranz ′Der Hund. Franz Dubas Bericht′ – ein Romanfragment über den Holocaust“

13. Juli 2022 von 19 bis 21 Uhr

In Zusammenarbeit mit dem Thüringer Literaturrat e.V.

„Nichts weniger als ein ‚Unikum der Weltliteratur‘ sollte sie werden, diese gewaltige Erzählung von Moses Rosenkranz (1904–2003), Sohn einer jüdischen Kleinbauernfamilie in der Bukowina. Er schrieb sie nach drei Jahren in faschistischen Arbeitslagern in der mit Nazideutschland verbündeten rumänischen Diktatur und nach zehn Jahren im sowjetischen Straflagersystem GULag. 400 bis 500 Seiten sollte sein ‚Roman der Einsamkeit‘ umfassen, den er 1957 zum ersten Mal in einem Brief an seine Ex-Frau Anna erwähnte. Sein Arbeitstitel lautete Sklave und Hund. Am Ende werden es gerade einmal etwas über 150 Seiten sein, die Fragment bleiben und nach seinem Tod im Papierkorb gefunden werden. Doch das Werk ist weit mehr als nur das Zeugnis eines Scheiterns: Es ist ein beeindruckendes Dokument des Ringens um eine Sprache für das entsetzlichste Menschheitsverbrechen, den Holocaust. Rosenkranz wählt den Weg der Groteske, der satirischen Überzeichnung und legt damit Erkenntnisse frei, die ein konventionelles Erzählen vermutlich nicht erbracht hätte.“

Am 13. Juli 2022 werden Prof. Dr. Sascha Feuchert und Dr. Matthias Huff das Werk „Der Hund. Franz Dubas Bericht“ aus dem Nachlass des Dichters, in dem er seine eigenen Lagererfahrungen fiktionalisiert, im Rahmen einer Veranstaltung des Erinnerungsortes Topf & Söhne vorstellen. Die Erzählung erschien 2021 erstmals im Rimbaud-Verlag und wurde von Prof. Dr. Sascha Feuchert und Prof. Dr. Andrea Löw, stellvertretende Leiterin des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte in München, herausgegeben. Sascha Feuchert wird das Werk zunächst in die nonfiktionale und fiktionale Holocaustliteratur einordnen und anschließend gemeinsam mit Matthias Huff ausgewählte Passagen lesen sowie über das Leben und Werk des Dichters sprechen. Huff hat Moses Rosenkranz seit 1993 filmisch begleitet. Seine 28-minütige Film-Biografie „Moses Rosenkranz. Leben in Versen“ wird als Premiere an diesem Abend gezeigt.

Stattfinden wird die Veranstaltung im Erinnerungsort Topf & Söhne (Sorbenweg 7, 99099 Erfurt). Der Eintritt ist frei. Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung unter fsj.topfundsoehne@erfurt.de und unter Beachtung der aktuellen Hygieneregelungen des Erinnerungsortes Topf & Söhne möglich. 

Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.


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