am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Veranstaltungshinweis: Dr. Eva Umlauf stellt ihr neues Buch „Genau so fängt es an. Ein Appell“ in Gießen vor

23.06.2026

15. Juli 2026, 18 Uhr, Hermann-Levi-Saal, Rathaus Gießen (Berliner Platz 1, 35390 Gießen), Eintritt frei

Dr. Eva Umlauf, Auschwitz-Überlebende und eine der letzten Zeitzeuginnen, ist in großer Sorge: weil die Politik zu wenig gegen den grassierenden Antisemitismus unternimmt. Und weil die Gesellschaft den Hass toleriert. Mit ihrem neuen Buch „Genau so fängt es an“ (Hoffmann und Campe, 2026) meldet sie sich mit einem eindringlichen Appell an Politik und Gesellschaft zu Wort und fragt, was „Nie wieder!“ heute bedeutet.

Am Mittwoch, dem 15. Juli 2026, um 18 Uhr wird sie im Hermann-Levi-Saal des Gießener Rathauses daraus lesen und mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung findet auf Einladung der Arbeitsstelle Holocaustliteratur (AHL) der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer e. V., des Polizeipräsidiums Mittelhessen sowie des Kulturamts der Universitätsstadt Gießen statt. Die Moderation übernimmt Dr. Anika Binsch (AHL). Ein Grußwort spricht Polizeipräsident Torsten Krückemeier. Der Eintritt ist frei.

In ihrem Buch verbindet Umlauf persönliche Erinnerungen mit einem Blick auf gegenwärtige politische Entwicklungen. Mit Klarheit benennt sie gesellschaftliche Versäumnisse und beschreibt, wie demokratische Gewissheiten unter Druck geraten. Zugleich ist ihr Appell von der Überzeugung getragen, dass Demokratie, Solidarität und Menschlichkeit verteidigt und gestärkt werden können.

Dr. Eva Umlauf zählt zu den jüngsten Überlebenden des Holocaust. 1942 im slowakischen Arbeitslager Nováky geboren, wurde sie als Kleinkind mit ihren Eltern nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Gemeinsam mit ihrer Mutter überlebte sie das Konzentrations- und Vernichtungslager. Nach ihrem Medizinstudium und ihrer Promotion in Bratislava zog sie 1967 nach München, wo sie als Klinikärztin, später als Kinderärztin und bis heute als Psychotherapeutin tätig war und ist. Seit 2025 ist sie Präsidentin des Internationalen Auschwitz-Komitees. Für ihr langjähriges Engagement wurde sie im selben Jahr mit dem Bayerischen Verfassungsorden ausgezeichnet.


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