am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Besuch aus Israel: Die Zeitzeugen Vera Dotan und Thomas Breuer trafen das Team der Arbeitsstelle

23.11.2012

Bereits seit Jahrzehnten führt Gießen eine Städtepartnerschaft mit der israelischen Stadt Netanya. Marion Balser und Gerd Zörb vom Städtepartnerschaftsvereins Netanya-Gießen organisieren und ermöglichen bereits seit vielen Jahren wechselseitige Besuche und Kontakte, wie den von Thomas Breuer und Vera Dotan.
Thomas Breuer, der als Kleinkind unter anderem das Konzentrationslager Strasshof überlebte und 1957 nach Israel auswanderte, war lange Jahre stellvertretender Schulleiter der Secondary School in Netanya und hilft als Kontaktperson in Israel, junge Menschen aus Israel und Deutschland zusammenzubringen.
Vera Dotan überlebte als Kind neben den Konzentrationslagern Auschwitz und Ravensbrück auch das Konzentrationslager Walldorf, das ganz in der Nähe von Frankfurt lag. Sie lebt in Netanya und arbeitet seit 20 Jahren als Volontärin mit Yad Vashem und Gedenkstätten in Deutschland zusammen.
Vera Dotan und Thomas Breuer sind nicht zum ersten Mal in Gießen. Vor zehn Jahren kam Thomas Breuer durch ein Sportprogramm einer Partnerschule in Deutschland erstmals nach Gießen. Seitdem kommt er einmal im Jahr.
Auch für Vera Dotan ist es nicht der erste Aufenthalt in Deutschland. Vor einigen Jahren unternahm sie mit ihren Kindern eine "Reise zu den Wurzeln", also zu den Orten, an denen sie als Kind gelebt und gelitten hatte. Diese Reise führte sie auch nach Frankfurt.
Längst sind enge Freundschaften aus der Städtepartnerschaft entstanden, wie zum Beispiel mit Marion Balser und Gerd Zörb. Sie begleiten und betreuen die beiden während ihres Aufenthalts in Gießen.
Vera Dotan und Thomas Breuer nutzen ihren Besuch, um den Kontakt zu Schülern und Studenten herzustellen, um als Zeitzeugen von ihren Erlebnissen zu berichten und somit dem Vergessen der Shoah entgegenzuwirken.
Bei ihrem diesjährigen Besuch in Gießen nahmen sich Vera Dotan und Thomas Breuer neben ihren vielen Gesprächen in Schulen auch Zeit, die Arbeitsstelle Holocaustliteratur zu besuchen.
Thomas Breuers Anliegen ist es, Besuche von deutschen Lehrern und Studenten in Israel und der dort ansässigen Gedenkstätte Yad Vashem zu fördern und zu unterstützen. Gerade an diesem Ort könne es besonders gelingen, die Interessierten für das Thema zu sensibilisieren und die Geschichte des Holocaust greifbar werden zu lassen, so Breuer. Angehende Lehrer könnten dort eine Ausbildung erhalten, die ihnen zeige, wie sie die Geschichte des Holocaust ihren zukünftigen Schülerinnen und Schülern vermitteln können.
Der Besuch an der Arbeitsstelle diente daher unter anderem dem Zweck, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsstelle nach Israel einzuladen und ihnen Weiterbildungen in der Gedenkstätte Yad Vashem zu ermöglichen. Eine Reise nach Netanya und Yad Vashem soll nun für das nächste Jahr geplant werden.
Auch ein weiterer Besuch an der Arbeitsstelle, bei dem Frau Dotan für Studierende und Interessierte aus ihrem Erinnerungsbuch "Aufstieg aus der Hölle" vortragen würde, könnte im nächsten Jahr realisiert werden.


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Arbeitsstelle Holocaustliteratur
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