am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

4. Arbeits- und Vernetzungstagung „Demokratie und Toleranz im Landkreis Gießen fördern“

06.03.2020

5. März 2020

Am 5. März fand im Kulturzentrum Buseck die 4. Arbeits- und Vernetzungstagung „Demokratie und Toleranz im Landkreis Gießen fördern“ statt, an der Jeanne Flaum für die AHL teilnahm.

„Nach Halle, dem Mord an Walter Lübcke und dem Attentat in Hanau wird immer deutlicher, dass Handlungsbedarf besteht.“ Mit diesen Worten wurde die diesjährige Vernetzungstagung für den Landkreis Gießen eröffnet. Nach einem Grußwort von Nadya Homsi (Jugendbildungswerk / Fachstelle für Demokratie und Toleranz) sowie von Hans-Peter Stock (Jugend- und Sozialdezernat) und einer Schweigeminute für die Opfer des Attentats in Hanau wurden die Ergebnisse des Monitorings demokratiefeindlicher Vorkommnisse im Landkreis Gießen aus dem letzten Jahr vorgestellt. Allein 33 Fälle demokratiefeindlicher Aktionen wurden der Fachstelle für Demokratie und Toleranz im Jahr 2019 im Landkreis gemeldet. Die Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr steigend. Die Entwicklungen sind außerdem – so das Jugendbildungswerk – im gesamtgesellschaftlichen Kontext zu sehen und nicht nur für den Landkreis Gießen oder das Land Hessen relevant.

Ein Vortrag zum Thema „Ideologien der Ungleichwertigkeit in der Einwanderungsgesellschaft“ von Prof. Dr. Kemal Bozay (Internationale Hochschule in Düsseldorf) folgte im weiteren Programm der Vernetzungstagung. Bozay formulierte in seinem Beitrag unter anderem die Forderung eines neuen Demokratiekonzepts, insbesondere in schulischen und außerschulischen Bildungseinrichtungen, um den Ungleichwertigkeitsideologien entgegentreten zu können. Bozay betonte weiterhin, dass eine gewisse Kontinuität von Rechtsextremismus und rechtsextremer Gewalt bereits seit 1945 auf bundesdeutscher Ebene bestehe.
Außerdem wurde das Fast Forward Theater vorgestellt, das mit Hilfe des Publikums eine Form des Improvisationstheaters inszenierte und hierbei auf Handlungsmöglichkeiten bei demokratiefeindlichen Vorkommnissen einging. Thematisiert wurde so, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten kann.

Die Vernetzungstagung bot im Anschluss die Möglichkeit, verschiedene Workshops zu besuchen – unter anderem zum Thema „Antisemitismus heute“ oder zum „Streben der Neuen Rechten in Deutschland“. Hier konnten die Teilnehmer sich austauschen und untereinander vernetzen sowie Handlungsmöglichkeiten etablieren.
Abschließend wurde deutlich, dass das Ziel der Tagung – die Vernetzung und Kooperation untereinander – eine ganz wichtige Aufgabe darstellt, auch für die Arbeitsstelle Holocaustliteratur.


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