am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

“Meine Identität ist die Zerrissenheit“ “Halbjüdinnen“ und “Halbjuden“ im Nationalsozialismus

09.06.2013

Buchvorstellung und Gespräch am 25.06. mit Sonja Grabowsky und Gabriele Ohlig

Verfolger der in der NS-Zeit als 'halbjüdisch' klassifizierten Personen sprachen ihnen eine vollwertige Zugehörigkeit zur 'deutschen Volksgemeinschaft' ab. Ihr Dasein 'dazwischen' war auch nach 1945 keineswegs beendet und hat noch immer enorme Auswirkungen auf die Stigmatisierten. In welchem Ausmaß sich das bei den Betroffenen bis heute zeigt, arbeitet Sonja Grabowsky in ihrem Buch "'Meine Identität ist die Zerrissenheit'. 'Halbjüdinnen' und 'Halbjuden' im Nationalsozialismus" (Psychosozial-Verlag) heraus.

Sonja Grabowsky studierte Erziehungswissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal und promovierte am dortigen Fachbereich Bildungs- und Sozialwissenschaften als Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung. Seit Mai 2010 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität in Gießen.

Gabriele Ohlig (Jahrgang 1947), geb. Hatschek, ist die Tochter eines als 'Halbjude' Verfolgten. Im gemeinsamen Gespräch zeigen Ohlig und Grabowsky am Beispiel von Gabriele Ohligs Familiengeschichte wie die Erfahrungen des Hin- und Hergerissenseins ehemaliger 'Halbjüdinnen' und 'Halbjuden' sich innerfamiliär niedergeschlagen haben.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Arbeitsstelle Holocaustliteratur mit der Gesamtschule Gießen-Ost. Sie findet am 25.06.2013 um 19.00 Uhr in der Mediathek der Gesamtschule Gießen-Ost (Alter Steinbacher Weg 28 35394 Gießen) statt.

Die Gesamtschule Gießen-Ost formuliert in ihrem Schulprofil folgende Verpflichtung:

"Demokratische Erziehung fordert nicht zuletzt einen reflektierten Umgang mit der Vergangenheit sowie eine kritische Würdigung des Widerstandes gegen jede Form von Intoleranz und Unterdrückung. Demokratische Erziehung will und fördert die engagierte Beteiligung aller auf allen Ebenen."

Sie bekennt sich zu "Erforschung, Vermittlung und notwendigen Erinnerung an die verbrecherische Natur des Nationalsozialismus sowie zum ehrenden Gedenken an Opfer und mutige Menschen, die durch ihren Widerstand ein Vorbild für Zivilcourage und demokratisches Engagement geworden sind."


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