In einer gemeinsamen Stellungnahme warnen zahlreiche Stiftungen und Kulturinstitutionen aus Sachsen-Anhalt vor den Plänen der Landes-AfD. Anlass sind programmatische Aussagen der Partei, die im Falle einer Regierungsübernahme eine „patriotische Wende auf allen Gebieten“, insbesondere im Bereich der Kulturpolitik, ankündigt.
Nach Einschätzung der unterzeichnenden Einrichtungen würde eine solche Ausrichtung zu einer Verengung des historischen Erinnerns, der Kunst und der kulturellen Vielfalt auf nationalistische Leitbilder und Identitätsvorgaben führen. Dies stelle „die Freiheit der Kunst, die Offenheit kultureller Institutionen und die demokratisch verankerte Erinnerungskultur grundlegend in Frage“, heißt es in der Erklärung.
Kritisch verweisen die Institutionen unter anderem auf Passagen im Kultur- und Integrationsteil des AfD-Programms. Darin wird die bestehende Erinnerungskultur als „Verewigung eines Schuldkomplexes“ bezeichnet, der „Möglichkeiten einer stabilen nationalen Identitätsbildung verbaut“. Gefordert wird stattdessen eine stärkere Fokussierung „auf die guten Seiten der deutschen Geschichte“, um eine „unverkrampfte und auf gesunde Weise selbstbewusste deutsche Identität zu fördern.“ Aus Sicht der Unterzeichner bedeutet dies eine Verschiebung „von einer differenzierten, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden Erinnerungskultur hin zu einer selektiven Geschichtsdarstellung, in der die deutsche NS-Vergangenheit systematisch geschönt wird.“
„Kulturpolitik darf nicht zur nationalistischen Instrumentalisierung von Geschichte und Kultur missbraucht werden. Die Freiheit der Kunst, die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen sowie eine an demokratischen Werten orientierte Erinnerungskultur bleiben unverzichtbar“, betonen die beteiligten Institutionen.
Die vollständige gemeinsame Stellungnahme ist hier auf der Website der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt abrufbar.