am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Gedenkveranstaltungen im Raum Gießen und der weiteren Region zur Erinnerung an die Pogrome vom 9./10. November 1938 - bitte nehmen Sie teil!

07.11.2017

Mit dem Jahr 1979 begann mit der – umstrittenen – TV-Serie "Holocaust" in Deutschland nach Jahren des Schweigens und Verleugnens endlich eine echte gesamtgesellschaftliche Debatte über den Holocaust und die Folgen. Nun endlich hörte man auch den Zeitzeugen zu, tausende Texte wurden publiziert mit den Erinnerungen derer, die überlebt hatten, und erste Mahnmale wurden errichtet. Es begann eine mehrheitlich opferzentrierte gesellschaftliche Aufarbeitung des Nationalsozialismus und Holocaust, die in Debatten, Gedenkrituale, Reden und vielen Initiativen zum Holocaust nicht nur den Ereignissen gedachte, sondern den Schulddiskurs nach und nach auch in einen Diskurs über Empathie mit den Opfern und (demokratische) Verantwortung wandelte.

Diese Diskurse benötigen jedoch ebenso wie das  kulturelle Gedächtnis immer wieder ernstgemeinte (und nicht nur ritualisierte) Aktualisierungen, gerade für die neuen Generationen, die noch nicht die Gelegenheit hatten, über die Geschichte zu lernen. Vor allem in Zeiten neu erstarkenden Rechtspopulismus wie jetzt, ist es wichtiger denn je, sich aktiv zum Erinnern, Gedenken und Mahnen zu bekennen, etwa durch den Besuch von Gedenkveranstaltungen, Mahnmahlen und Gedenkstätten!

Der 9. November bietet mit seinen zahlreichen Gedenkveranstaltungen wichtige Möglichkeiten, um Haltung und Präsenz zu zeigen. Wir möchten Ihnen hier eine (unvollständige) Liste der Gedenkveranstaltungen zu den Pogromen in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 im Raum Gießen und der näheren Region präsentieren, verbunden mit dem Wunsch und der Aufforderung, diese zahlreich zu besuchen.

Landkreis Gießen

  • Gießen, 9.11.2017, 17 Uhr

Gedenkstunde am Gedenkstein für die ehemalige Synagoge in der Südanlage vor der KongresshalleGedenkstunde der Stadt Gießen und der Gesellschaft für christlich-jüdischen Zusammenarbeit mit Beteiligung der Jüdischen Gemeinde, dem Evangelischen und dem Katholischen Dekanat Gießen sowie von Schülerinnen und Schülern des Landgraf-Ludwig-Gymnasiums Gießen. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Krofdorf, 9.11.2017, 18.30 Uhr 

Gedenkveranstaltung am ev. Kirchgarten Krofdorf an der Gedenktafel
Erinnerung an die Ereignisse rund um die Reichspogromnacht 1938 sowie das Leid von Krofdorfer Juden.
Es besteht die Möglichkeit, in Stille eine Kerze zu entzünden, einen Stein abzulegen oder eine andere angemessene Form des Gedenkens einzubringen wie auch einfach nur dabei zu sein. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Laubach, 9.11.2017, 18 Uhr

Am 9. November findet in Laubach ein Mahngang im Gedenken an den Massenmord an Juden im Dritten Reich statt. Hierzu lädt die Friedenskooperative Grünberg/Laubach/Mücke im Verbund mit den Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und der Stadt ein. Treffpunkt ist um 18 Uhr die "Helle". Weitere Informationen finden Sie hier.
 

Region Gießen

  • Bad Nauheim, 9.11.2017, 16 Uhr

Im Gemeindesaal der Wilhelmskirche. Veranstalter ist die Gesellschaft für christlich jüdische Zusammenarbeit. Weiter Informationen finden Sie hier.

  • Butzbach, 9.11.2017, 18 Uhr 

Gedenkfeier aus Anlass der 79. Wiederkehr der Pogromnacht
Um 18.00 Uhr beginnt die Gedenkfeier mit Kranzniederlegung in Butzbach am Gedenkstein am Standort der ehemaligen Synagoge in der Wetzlarer Straße unter Mitwirkung des Vertreters der Jüdischen Gemeinde Bad Nauheim, Herr Manfred de Vries, der Geistlichen der Butzbacher Kirchengemeinden und Schülerinnen und Schülern des Weidiggymnasiums Butzbach. Andrei Dorobantu, als Zeitzeuge und Redner der darauffolgenden Abendveranstaltung, wird ebenfalls an der Gedenkfeier teilnehmen.
Ab 19.00 Uhr findet im Museum der Stadt Butzbach, Färbgasse 16, eine Vortrags- und Gedenkveranstaltung statt, die gemeinsam von der Stadt Butzbach und der Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer organisiert wird. Der Zeitzeuge Andrei Dorobantu wird von seinen Erlebnissen während der deutschen Besatzung berichten. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Frankfurt am Main, 9.11.2017, 17-19 Uhr 

Die Initiative neunter November in Frankfurt am Main möchte im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus am Ort der ehemaligen Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft an die Pogromnacht des 9. November 1938 erinnern. Sie laden durch einen Rundgang durch die Ausstellungen im Hochbunker ein, den die Nationalsozialisten auf den Grundmauern der in der Pogromnacht zerstörten Synagoge errichteten. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Frankfurt am Main, 9.11.2017, 18 Uhr

Zu einer Gedenkstunde zum 9. November lädt die Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main und Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen in die Westend-Synagoge (Freiherr-vom-Stein-Straße 30, 60323 Frankfurt am Main) ein. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Friedberg, 12.11.2017, 10 Uhr 

Gedenkgottesdienst zum Judenpogrom in der Burgkirche (In der Burg,61169 Friedberg ), anschl. ab ca. 11 Uhr Gedenken am Synagogenplatz. Veranstalter ist die Evangelische Kirchengemeinde Friedberg. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Wetzlar, 9.11.2017, 17 Uhr

Gedenkstunde mit Kranzniederlegung an der ehemaligen Synagoge, Pfannenstielgasse
Gemeinsame Feier der Stadt Wetzlar und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gießen-Wetzlar e. V. mit Oberbürgermeister Manfred Wagner, Vertretern des Magistrates der Stadt Wetzlar, Doris Ebertz, einem Vertreter der katholischen Gemeinde, Solistin Elisabeth Hausen und Pfarrer Wolfgang Grieb. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Wetzlar, 10.11 2017, 18 Uhr

Musikalische Abendbesinnung "Gegen das Vergessen" in der Unteren Stadtkirche, Schillerplatz Wetzlar. Veranstalter ist die Evangelische Kirche Wetzlar und Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gießen-Wetzlar. Weitere Informationen finden Sie hier.


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