am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Bericht: Präsentation des Holocaustromans “K.L. Reich“ von Joaquim Amat-Piniella im Literaturhaus Berlin am 21. April 2017

25.04.2017

21. April 2017

Anlässlich des katalanischen Festtags Sant Jordi am 23. April, der auch gleichzeitig der internationale Tag des Buches und des Urheberrechts ist, hatte der katalanische Salon Berlin am 21. April 2017 ab 19 Uhr zu einer Präsentation des Buches "K.L. Reich" von Joaquim Amat-Piniella in das Literaturhaus Berlin eingeladen.

Im gemeinsamen Gespräch erörterten Kirsten Brandt (Übersetzerin), Prof. Carlos Collado Seidel (Universität Marburg), und Charlotte Kitzinger (Arbeitsstelle Holocaustliteratur) verschiedene Aspekte rund um dem Roman. Besprochen wurde sowohl die Entstehungs-  und Publikations- als auch die Übersetzungsgeschichte des Romans. Neben der literarischen Inszenierung des Überlebenskampfes und Sterbens der spanischen Flüchtlinge des Franco-Regimes im Konzentrationslager Mauthausen im Roman wurden auch die historischen Ereignisse, vor allem der spanische Bürgerkrieg von 1936 bis 1939, die für das Verständnis des Werks von Bedeutung sind, ausführlich diskutiert. Im Gespräch mit dem Publikum wurden diese Aspekte dann jeweils noch erweitert. Im Anschluss an das Gespräch wurden allen Teilnehmern katalanische Delikatessen und Weine angeboten.

Wenig bekannt ist bislang die Tatsache, dass im KZ Mauthausen etwa 7000 Spanier inhaftiert waren, von denen nur etwa 2000 überlebten. Einer davon war Joaquim Amat-Piniella. Er widmet sich seinem eigenen Schicksal und dem seiner spanischen Mitgefangenen mit fiktionalen Mitteln, wenngleich der Roman viele autobiographische Details enthält.

Joaquim Amat-Piniella war ein katalanischer Antifaschist. Er flüchtete Anfang 1939 vor Franco nach Frankreich, wo er in verschiedenen Lagern interniert war. 1941 wurde er dann in das Konzentrationslager Mauthausen und später in einige Nebenlager deportiert. 1945 wurde er im KZ Mauthausen befreit. Bereits um 1946 begann Amat-Piniella die Arbeit an seinem Roman und schrieb ihn immer wieder um. Erst 1963 konnte der Roman jedoch in spanischer Übersetzung und wenig später im katalanischen Original veröffentlicht werden. 2001 wurde zudem eine katalanische Ausgabe publiziert, die auf ein Manuskript von 1946 zurückgeht. Seit 2016 liegt das Werk nun auch erstmals – in der Fassung der Ausgabe von 1963 – in deutscher Übersetzung vor.


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