am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

„SS-Fotografien aus KZs” – Vortrag von Dr. Lukas Meissel im Oberseminar zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts der Justus-Liebig-Universität Gießen

28.01.2026

4. Februar 2026, 17-19 Uhr c.t., Philosophikum I der JLU, C 214 (Otto-Behaghel-Straße 10, 35394 Gießen)

Am Mittwoch, den 4. Februar 2026, laden das Historische Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen und die Fachjournalistik Geschichte zu einem Vortrag im Rahmen des Oberseminars zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts ein. Zu Gast ist Dr. Lukas Meissel, Historiker und Postdoktorand am Richard Koebner Minerva Center for German History der Hebräischen Universität Jerusalem. Meissel spricht über „SS-Fotografien aus Konzentrationslagern“ und zeigt, wie diese Aufnahmen von den Täter:innen erstellt, genutzt und gedeutet wurden. Die Veranstaltung findet um 17 Uhr c.t. im Philosophikum I der Justus-Liebig-Universität Gießen, Haus C, Raum 214, statt.

In seiner an der Universität Haifa (Israel) eingereichten und 2021 mit dem Theodor-Körner-Preis ausgezeichneten Dissertation mit dem Titel „Der Täterblick“ untersuchte er Fotografien aus nationalsozialistischen Lagern – insbesondere solche, die von SS-Angehörigen erstellt und in deren Erkennungsdiensten entwickelt wurden. Dazu gehören Häftlingsporträts, Fotos von Häftlingen bei der Zwangsarbeit, von Baustellen und Gebäuden auf dem Lagergelände, von Leichen ermordeter Häftlinge, von SS-Veranstaltungen wie Zeremonien sowie Besuche von Delegationen und NS-Funktionär:innen, aber auch private Bilder von SS-Angehörigen.

Meissel analysiert nicht nur, was auf den Aufnahmen zu sehen ist, sondern interpretiert sie auch als visuelle Narrative der Täter:innen über die Konzentrationslager: Sie veranschaulichen, wie die Lager in den Vorstellungen der SS zu funktionieren hatten, und entwerfen damit eine idealisierte Wirklichkeit, die so nie existierte. Ein zentrales Argument ist, dass diese Fotografien – innerhalb der SS und bisweilen über den inneren Kreis hinaus – eine entscheidende Rolle bei der Legitimierung der nationalsozialistischen Lager spielten.

Vor seinem Studium in Israel arbeitete Lukas Meissel u.a. als Archivar der Jüdischen Gemeinde Wien und war in verschiedenen Projekten zu Holocaust-Studien und -Bildung tätig. Er erhielt Stipendien in Israel, den USA, Deutschland, Österreich und Frankreich sowie im Jahr 2015 den Herbert-Steiner-Anerkennungspreis für seine Monografie zur Täterfotografie im Konzentrationslager Mauthausen.

Das Programm des Oberseminars für das Wintersemester 2025/2026 kann hier eingesehen werden.


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