am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Neuerscheinung: „‚Dać przyczynek do historii kultury getta.' Teksty z getta łódzkiego“ – Aufzeichnungen des Chronisten Oskar Rosenfeld über das Getto Lodz/Litzmannstadt in polnischer Sprache veröffentlicht

19.08.2026

Im August 2026 ist in der Reihe „Judaica Łódzkie“ des Verlags der Universität Łódź der polnischsprachige Band „‚Dać przyczynek do historii kultury getta.‘ Teksty z getta łódzkiego“ [„Einen Beitrag zur Kulturgeschichte des Gettos leisten“. Texte aus dem Getto Łódź] erschienen. Die von Aleksandra Bak-Zawalski (AHL) und Krystyna Radziszewska (Universität Łódź) übersetzte und herausgegebene Publikation präsentiert eine Auswahl teils bislang unveröffentlichter Texte des Schriftstellers und Journalisten Oskar Rosenfeld, der zu den bedeutendsten Chronisten des Gettos Lodz/Litzmannstadt zählt. Die Ausgabe wurde aus Mitteln der Stiftung für die polnische Wissenschaft im Rahmen des Copernicus-Preises 2022 finanziert und enthält einführende Beiträge von Prof. Sascha Feuchert zu Rosenfelds Leben und Wirken sowie von Prof. Krystyna Radziszewska zu seinem privaten Tagebuch.

Oskar Rosenfeld, 1885 in Mähren geboren und langjährig in Wien ansässig, gehörte zu den Tausenden Westjuden, die im Herbst 1941 von den Nationalsozialisten in das Getto Lodz/Litzmannstadt deportiert wurden. Ab Juni 1942 arbeitete er in der dortigen Archivabteilung, deren Aufgabe u. a. die Dokumentation des kulturellen und sozialen Lebens war. In dieser Funktion war er an der Erstellung der täglichen Chronik beteiligt, verfasste Einträge für die Enzyklopädie des Gettos und unternahm Versuche, die Realität des abgeschotteten Viertels literarisch zu beschreiben. Dabei unterlagen seine halboffiziellen Aufzeichnungen stets, zumindest potenziell, der Kontrolle der Gettobehörden. Dennoch suchte Rosenfeld, wie auch die anderen Mitarbeitenden des Archivs, mit seinen fragmentarischen Darstellungen „einen Beitrag zur Geschichte der Getto-Kultur“ zu leisten.

Der Band versammelt Texte aus Rosenfelds archivarischer Tätigkeit sowie dessen „Heft 12“, ein privates Notizbuch, das die Anfänge seiner Reflexionen über die Kultur des Gettos dokumentiert. Die gesammelten Materialien veranschaulichen den Wandel des Gettos – von einem Ort mit rudimentären Formen des sozialen und künstlerischen Lebens hin zu einem Lager der Zwangsarbeit, des Hungers, der Krankheit, der Gewalt und der Deportation.

Die polnische Ausgabe macht Rosenfelds zentrale deutschsprachige Zeugnisliteratur einem neuen Lesepublikum zugänglich und bereichert die Forschung zur Geschichte des Gettos Lodz/Litzmannstadt und des Holocaust um eine Schlüsselquelle.

Weitere Informationen sowie eine Bestellmöglichkeit finden Sie auf den Seiten des Verlags der Universität Łódź hier.
 

Oskar Rosenfeld: „Dać przyczynek do historii kultury getta”. Teksty z getta łódzkiego
Hrsg. v. Aleksandra Bak-Zawalski und Krystyna Radziszewska
Łódź: Verlag der Universität Łódź, 2026
300 Seiten
ISBN: 978-83-8445-023-9
e-ISBN: 978-83-8445-024-6
DOI: https://doi.org/10.18778/8445-024-6

 


Drucken
TOP
Arbeitsstelle Holocaustliteratur
Otto-Behaghel-Str. 10 B / 1 · D-35394 Gießen · Deutschland
Sekretariat.AHL@uni-giessen.de
News

Diese Webseite verwendet Cookies
Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Funktionen personalisieren zu können. Bitte treffen Sie Ihre Auswahl, um den Funktions-Umfang unserer Cookie-Technik zu bestimmen. Weitere Informationen zu Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.