Was konnte man über die Verbrechen des Nationalsozialismus wissen – wenn man wissen wollte? Und was kann man daraus für die Gegenwart lernen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Abends zu Friedrich Kellners Tagebüchern am 22. Oktober in der vollbesetzten evangelischen Stadtkirche Laubach. Fünfzehn Jahre nach der deutschen Erstveröffentlichung im Wallstein Verlag trug Dr. Roman Kurtz vom Stadttheater Gießen in einer szenischen Lesung ausgewählte Aufzeichnungen des Laubacher Justizinspektors vor. Percussionistin Sandra Elischer gestaltete den musikalischen Rahmen.
Eingeladen hatten auf Initiative des Laubacher Stadtverordnetenvorsteher Joachim M. Kühn die Arbeitsstelle Holocaustliteratur, die Stadt Lauchbach, das Regionalbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung Wiesbaden, die Evangelische Kirchengemeinde Laubach, die Friedenskooperative Grünberg-Laubach-Mücke und das Bündnis „Laubach steht auf“.
Ein ausführlicher Veranstaltungsbericht ist hier auf dieser Website verfügbar.
Auch die regionale Presse berichtete über den Abend: Am 24. Oktober erschien unter dem Titel „Tagebuch als Waffe gegen Rechts“ ein Bericht von Klaus Kächler im Gießener Anzeiger, den Sie hier nachlesen können. Am selben Tag veröffentlichten die Gießener Allgemeine und die Alsfelder Allgemeine den Artikel „Ein Tagebuch als Waffe“ von Constantin Hoppe. Audiovisuelle Eindrücke der Lesung teilte „Insta-Pfarrer“ Jörg Niesner in mehreren Videos hier auf seinem Instagram-Kanal @wasistdermensch.
Wenige Tage zuvor, am 20. Oktober, erschien in der Alsfelder und der Gießener Allgemeinen Zeitung zudem ein Interview mit Prof. Feuchert über Kellners Beobachtungen zur NS-Herrschaft, ihre Gegenwartsbedeutung und den wissenschaftlichen Wert der Tagebücher. Der Beitrag ist u.a. hier auf den Seiten der Gießener Allgemeinen zu finden.