am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Fiktionen über den Holocaust. Zu der Notwendigkeit und den Grenzen von Geschichten über Geschichte

Der Mensch kann das Leben nur erzählend bestehen, so die Grundannahme der Arbeit. Das Erzählen ist fundamental für den biologischen und sozialen Menschen und stellt die Basis für sein Denken, Empfinden, Verhalten und Kultur dar. Auch für jede Form des (narrativen) Erinnerns und der Bewältigung von traumatischen Ereignissen wie dem Holocaust – etwa in Form des Literarisierens der Lebensereignisse – sind bestimmte anthropologische und kognitive Fähigkeiten nötig, die diese Prozesse ermöglichen und lenken.

Die Arbeit untersucht, wie fiktionale Texte der Holocaust- und Lagerliteratur von dem geschichtlichen Ereignis des Holocaust und oftmals von den individuellen und persönlichen Lebensgeschichten und Traumata der Autoren erzählen. Dargelegt wird auch, wie diese Texte die psychosozialen Konsequenzen von Verfolgung, Ausgrenzung, Krieg, Vernichtung und Tod narrativieren. Untersucht wird dabei, welche Ausdrucks- und Bewältigungsstrategien die Fiktion bieten und welche Bedeutung das Erzählen, Erschaffen und Gestalten von Lebenserinnerungen und historischen Ereignissen durch Geschichten haben kann.

 


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Arbeitsstelle Holocaustliteratur
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