In der Ausgabe des Gießener Anzeigers vom 30. August 2025 (Nr. 201, S. 31) beleuchtet Journalist Björn Gauges unter dem Titel „Wie die Nazi-Zeit als Schulstoff wirkt“ das neue Forschungsprojekt „Verankerte Geschichte(n), starke Demokratie“ der Arbeitsstelle Holocaustliteratur (AHL) an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Im Interview geben Prof. Sascha Feuchert und Dr. Anika Binsch Einblicke in das auf drei Jahre angelegte Vorhaben, das vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur gefördert wird.
Erstmals wird dabei systematisch untersucht, wie verschiedene Formate der historisch-politischen Bildung an Schulen – etwa Gedenkstättenfahrten, Zeitzeugengespräche oder lokalgeschichtliche Projekte – tatsächlich auf Jugendliche wirken. Ziel ist es, erfolgreiche Ansätze („Best Practices“) zu identifizieren und daraus fundierte Empfehlungen für Schulen sowie politische Entscheidungsträger abzuleiten.
Denn „[i]m Grunde ist das ganze Thema derzeit eine Black Box“, erklärt AHL-Geschäftsführerin Dr. Anika Binsch im Interview. Auch Leiter Prof. Sascha Feuchert verweist auf die Forschungslücke: Über die tatsächliche Wirkung gängiger Vermittlungsformate ist bislang erstaunlich wenig bekannt. Zwar zeigen viele Jugendliche großes Interesse, doch bleibt ihr Wissen oft fragmentarisch. Genau hier setzt das Projekt an: Es soll aufzeigen, warum es schulischer Vermittlung häufig nicht oder zumindest nicht gut genug gelingt, den historischen Stoff auf nachhaltige Weise zu vermitteln – und unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen dies gelingen kann.
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