am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

„Die Überlebenden der NS-Euthanasie ohne gesellschaftlichen Ort“. Eine Diskussionsrunde des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“

7. April 2021

Am 7. April 2021 organisiert der Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“ – Regionale Arbeitsgruppe Rhein-Main eine Diskussionsrunde zu den Überlebenden der NS-Euthanasie und zu ihrer „Schattenexistenz“ nach 1945.

Mit Blick auf die Geschichte der KZ-Überlebenden als Gerichts- und Zeitzeugen in der bundesrepublikanischen Nachkriegsgeschichte sollen in der Veranstaltung am 7. April die Unterschiede zu den Überlebenden der Anstalten herausgearbeitet werden. „Ist ihre Abwesenheit zu verstehen als Nachgeschichte des NS, im Sinne seines ideologischen Programms und den entsprechenden Einstellungen auf Seiten der Handelnden und Institutionen? Oder gilt es einen übergeordneten Blickwinkel einzunehmen und die Geschichte des Umgangs mit psychisch kranken Menschen, mit behinderten Menschen in der Moderne ins Auge zu fassen? Erschließt sich das Geschehen zwischen 1945 und 1980 mit Blick auf den Tatkomplex NS-'Euthanasie' also eher über eine Kritik der Abwertung psychisch kranker und behinderter Menschen jenseits der Nachwehen nazistischer Vernichtungspolitik?“

Diese und viele weitere Fragen werden von Christoph Schneider (Kulturwissenschaftler, Frankfurt), Katharina Stengel (Historikerin, Frankfurt), Johannes Spohr (Autor und Historiker, Berlin) sowie Rebecca Maskos (Freie Journalistin und wiss. Mitarbeiterin, Berlin) diskutiert. Die Moderation übernimmt Andreas Dickerboom (Gegen Vergessen – Für Demokratie).

Die Veranstaltung findet am 7. April um 19 Uhr über die Video-Plattform Zoom statt.

Zum Zugangslink gelangen Sie hier.

(Meeting-ID: 850 3389 7361 / Kenncode: 075273)

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Der Band „Hadamar von innen. Überlebendenzeugnisse und Angehörigenberichte“, in dem es ebenfalls um Erlebnisse und Erfahrungen von Überlebenden und Angehörigen von Ermordeten der NS-Euthanasie geht, ist im November 2020 in der gemeinsamen Schriftenreihe der Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung zu Lich und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur im Metropol Verlag erschienen. Herausgegeben wurde er von Christoph Schneider. Weitere Informationen sowie eine Bestellmöglichkeit finden Sie auf den Seiten des Metropol Verlags hier.

Hadamar von innen. Überlebendenzeugnisse und Angehörigenberichte.
Hg. von Christoph Schneider
Berlin: Metropol Verlag, 2020.
Studien und Dokumente zur Holocaust- und Lagerliteratur, Band 10
257 Seiten. Print 19,00 Euro, E-Book/PDF 15,00 Euro.
ISBN: 978-3-86331-552-8

 

 


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