am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Artikel im Gießener Anzeiger zum Internationalen Gedenktag an den Völkermord an den Sinti und Roma erschienen

08.08.2013

Der 2. August ist der Internationale Gedenktag an den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma. An diesem Tag im Jahr 1944 wurde das 'Zigeunerlager' im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau liquidiert und die dort verbliebenen Menschen wurden in den Gaskammern ermordet. Zum Gedenken an diesen Tag widmete der Gießener Anzeiger sich in einem Artikel vom 02. August 2013 ausführlich der Familiengeschichte der Sintezza Maria Goltz.

Zusammen mit ihrer Familie wurde sie – als damals Zwölfjährige – im März 1943 von Koblenz nach Auschwitz-Birkenau verbracht. Mit ihrer Mutter und vielen anderen stand sie bereits vor dem Krematorium, als sie wider alle Wahrscheinlichkeit von einem SS-Offizier zurück ins Lager geschickt wurde. Das rettete ihr zwar zunächst das Leben, verhinderte jedoch nicht, dass NS-Ärzte sie zwangsweise sterilisierten. Im November 1943 konnte Maria Goltz mit ihren Eltern urplötzlich nach Koblenz zurückreisen. Ihre Schwester mit ihren beiden Kindern sowie ihr Bruder überlebten jedoch nicht.

Nach Kriegsende folgte ein langer, demütigender und zermürbender Kampf um eine Opferrente, da sich Anfang der 50er Jahre die fatale Auffassung durchsetzte, dass 'Zigeuner' nicht aus rassischen Gründen verfolgt worden seien. Erst 1966 wurde ihr endlich eine verfolgungsbedingte Erwerbsminderung von 30 Prozent zuerkannt und eine Mindestrente rückwirkend zum 1. Januar 1945 bewilligt. Bis heute muss Maria Goltz jedoch um die Höhe der Rente und die Anpassung der Erwerbsminderungsrate durch die Verschlechterung ihres Gesundheitszustands kämpfen.

Den vollständigen Artikel von Heidrun Helwig finden Sie im Gießener Anzeiger vom 02. August.


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