am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

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Aktuelles

Bericht zur Lesung zu ′Das siebte Kreuz′ am 18. April 2018 im Rahmen der Veranstaltung ′Frankfurt liest ein Buch - Gießen liest mit′ im Literarischen Zentrum Gießen in Kooperation mit der AHL

Am 18. April fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Frankfurt liest ein Buch - Gießen liest mit" im Literarischen Zentrum in Gießen (LZG) eine Lesung zu dem Werk "Das Siebte Kreuz" von Anna Seghers statt. In Kooperation mit der Arbeitsstelle Holocaustliteratur und mit Unterstützung der Schauspielerin Anne-Elise Minetti (Stadttheater Gießen) wurde dem zahlreich erschienenen Publikum der Bestseller von Anna Seghers nähergebracht.

Der Roman thematisiert in sieben Kapiteln die Flucht von sieben Gefangenen aus dem fiktiven Konzentrationslager Westhofen am Rhein. Neben einer beeindruckenden künstlerischen Darbietung der Schauspielerin Anne-Elise Minetti, die unterschiedliche Auszüge aus dem Roman vorlas, skizzierte Charlotte Kitzinger (Arbeitsstelle Holocaustliteratur) nicht nur die Biografie Anna Seghers, sondern auch die Werkgeschichte und Rezeption ihres Romans. Im Zentrum stand die Frage, warum gerade dieser Roman von Anna Seghers zu einem Best- und Longseller der Weltliteratur geworden ist.

Das Werk entstand während Seghers Zeit im Exil. Obwohl Seghers somit zu dieser Zeit nicht in Deutschland war, sind im Werk konkrete und reale Bezüge zu Ereignissen in deutschen Konzentrationslagern literarisch verarbeitet. Der Roman zeigt, wie ein konkreter Unrechtsstaat, das nationalsozialistische Deutschland, seine politischen Gegner verfolgt, inhaftiert und bestraft. Die Fluchtthematik und das Motiv der ständigen Angst stehen hierbei im Mittelpunkt der Erzählung.

Anna Seghers "Das Siebte Kreuz" wurde in den USA und später auch in Deutschland zu einem Bestseller. Er ist in über 30 Sprachen übersetzt. Der Roman ist außerdem – und das ist womöglich eines seiner größten Potenziale – literarisch großartig erzählt. Er leistet einen bedeutenden Beitrag dazu, an den Nationalsozialismus und den Holocaust zu erinnern und aufzuzeigen, wie schnell sich eine Gesellschaft wandeln kann. Dies sind Themen, die nicht nur historisch relevant sind. Sie betreffen uns alle und stellen zugleich Herausforderungen dar, denen wir uns gerade in einer Zeit, in der es beunruhigende gesellschaftspolitische Entwicklungen gibt, stellen sollten und müssen.

Die Veranstaltungsreihe "Frankfurt liest ein Buch" zu Anna Seghers Roman "Das Siebte Kreuz" läuft noch bis zum 29. April. Weitere Programminformationen finden Sie hier.


Interview mit Markus Roth in der ′Aktuellen Stunde′ im WDR am 14. April 2018

Aus Anlass des 75. Jahrestags des Aufstands im Warschauer Getto sendete die "Aktuelle Stunde" im WDR-Fernsehen einen Beitrag über den Widerstand im größten Getto unter deutscher Herrschaft. Hierfür wurde auch Markus Roth interviewt. Gemeinsam mit Andrea Löw hat er 2013 ein Buch über das Warschauer Getto und den dortigen Widerstand veröffentlicht.
Der Beitrag wurde am Samstag den 14. April 2018 um 18:45 Uhr im WDR-Fernsehen ausgestrahlt.

Den Beitrag finden Sie in der Mediathek des WDR hier.


Bericht: Workshop Holocaustliteratur: Das Tagebuch des Michael Kraus

Am 22. und 23. März waren 16 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Essen-Überruhr für den Workshop "Holocaustliteratur: Das Tagebuch des Michael Kraus" zu Gast an der Arbeitsstelle Holocaustliteratur. Im Rahmen des Projektkurses "Holocaustliteratur" setzen sich die Schülerinnen und Schüler der Qualifikationsphase ein Schuljahr lang mit Werken der Holocaustliteratur auseinander; darunter auch das literarische Zeugnis Tagebuch 1942-1945. Aufzeichnungen eines Fünfzehnjährigen aus dem Holocaust (Metropol 2015) von Michael Kraus aus der Schriftenreihe der Arbeitsstelle Holocaustliteratur und der Ernst-Ludwig Chambré-Stiftung zu Lich.

Vor der zweitägigen Arbeitseinheit an der AHL haben sich die Schülerinnen und Schüler vorbereitend mit der Definition von 'Holocaustliteratur' nach dem Gießener Modell auseinandergesetzt, Textauszüge aus verschiedenen Werken der Holocaustliteratur einer genauen Lektüre unterzogen und sich aus literaturwissenschaftlicher Perspektive mit den stilistisch-narrativen Merkmalen der Textsorte 'Tagebuch' befasst. An die erarbeiteten Inhalte anknüpfend wurden am ersten Workshoptag in Gießen nicht nur die Besonderheiten und Funktionen literarischer – aber auch zeichnerischer und fotografischer – Darstellungen vertieft, sondern an Stationen auch die Themen der Gefangenschaft aus der Perspektive der Opfer, aber auch aus der Sicht der Täter, sowie des "Lebens nach dem Überleben" intensiv und eigenständig von den Schülerinnen und Schülern bearbeitet. Im Mittelpunkt stand dabei immer das literarische Zeugnis von Michael Kraus.

Am zweiten Workshoptag wurden die Ergebnisse und Erkenntnisse im Plenum eingehend diskutiert und weiterführende Themen und Aspekte aufgezeigt. Einen besonderen Eindruck hat der zweite Workshoptag allerdings aus einem anderen Grund hinterlassen. "Ich bin überzeugt", schreibt Michael Kraus etwa 70 Jahre nach dem Holocaust im Vorwort zu seinem 2015 publizierten Tagebuch, "dass mein Tagebuch vor allem unter jungen Leuten seine Leser finden und ihnen helfen wird, die Ereignisse zu verstehen, die ihnen aus heutiger Sicht unwirklich erscheinen könnten". Wie wichtig Michael Kraus die Begegnung bzw. das Gespräch mit Jugendlichen ist, wurde vor allem daran deutlich, dass er – trotz fünfstündigen Zeitunterschieds – am zweiten Workshoptag mit den Schülerinnen und Schülern ein Skype-Interview führte. Die Gruppe sprach mit ihm unter anderem darüber, wie er die Zeit nach der Befreiung erlebt hat, ob und inwiefern er es für wichtig hält, dass im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Thema Holocaust im Geschichtsunterricht auch im Deutschunterricht literarische Zeugnisse berücksichtigt werden und wie er die aktuellen politischen Entwicklungen in Amerika, Deutschland und Polen bewertet.

Der Workshop wurde in Kooperation von Julia Stein (Lehrerin am Gymnasium Essen-Überruhr und Leiterin des Projektkurses) und Anika Binsch gemeinsam mit Annika Welle und Nicole Widera (alle Arbeitsstelle Holocaustliteratur) durchgeführt. Unterstützt wurde die Reise nach Gießen durch die finanzielle Förderung des Fördervereins des Gymnasiums Essen-Überruhr.


Neue Adresse der AHL

Da nun die Sanierung von Haus A/Audimax im Campusbereich Philosophikum II begonnen hat, ist die AHL am 19. März 2018 übergangsweise in die alte UB in der Bismarckstraße 37 gezogen.

Unsere neue Adresse lautet:

Arbeitsstelle Holocaustliteratur
Alte Universitätsbibliothek
Bismarckstraße 37
35390 Gießen

2. OG
Raum 201 (ab 1.4.), 202, 209 und 210
Die Telefonnummern (0641 99-29083, -29073 und -29093) bleiben bestehen. Ebenso behält Prof. Sascha Feuchert sein Büro im Philosophikum I (Otto-Behaghel-Str. 10, 35390 Gießen).


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Arbeitsstelle Holocaustliteratur
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