Noch bis zum 19. April 2026 ist im Kunsthaus Wiesbaden im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Erinnern an die Opfer“ der Landeshauptstadt Wiesbaden die Ausstellung „Rosa Winkel“ zu sehen. Erarbeitet wurde sie von Studierenden der Friedrich-Schiller-Universität Jena in Zusammenarbeit mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Im Mittelpunkt stehen die Biografien von rund 700 Männern, die als homosexuell Verfolgte in die Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora verschleppt wurden. Zur Kennzeichnung mussten sie an ihrer Häftlingskleidung den sogenannten „Rosa Winkel“ tragen.
Im Fokus stehen nicht nur Verfolgung und Leid während der Haft, sondern auch die Zeit nach 1945. Denn Diskriminierung und strafrechtliche Verfolgung homosexueller Männer endeten nicht mit dem Zusammenbruch des NS-Regimes. Der § 175 des Strafgesetzbuches, der männliche Homosexualität kriminalisierte und schon im Kaiserreich zu Verhaftungen führte, wurde von den Nationalsozialisten verschärft und blieb über die NS-Zeit hinaus bestehen. Bereits ein bloßer Verdacht konnte zur Festnahme und Internierung führen.
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet, donnerstags von 11 bis 19 Uhr (ab Sonntag, 1. März, von 13 bis 19 Uhr). Der Eintritt ist frei.
Veranstaltet wird sie vom Referat I/1 der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Stadtarchiv Wiesbaden, dem Kunsthaus Wiesbaden, dem Frauen Museum Wiesbaden sowie der LSBT*IQ-Koordinierungsstelle.
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