am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Die AHL unterstützt das Anliegen des offenen Briefes verschiedener Einrichtungen historisch-politischer Bildung zum konsequenten Vorgehen gegen KI-generierte Holocaust-Verfälschungen auf Social-Media-Plattformen

22.01.2026

Januar 2026

Wir alle sind ihnen schon begegnet – vielleicht auch ohne es zu bemerken: Bildern in den Sozialen Netzwerken, die mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt wurden. In den letzten Monaten häufen sich solche Inhalte, die einen Bezug zum Nationalsozialismus herstellten. Das Problem: Diese meist hochemotionalisierenden Darstellungen bilden keine historischen Ereignisse ab und sind frei erfunden. Sie zeichnen ein verzerrtes und falsches Bild der nationalsozialistischen Verbrechen, etwa durch angebliche Wiedersehensszenen zwischen Gefangenen und Befreiern oder durch erfundene Darstellungen weinender Kinder hinter Stacheldraht.  

Die Motive hinter diesen Inhalten sind vielfältig. Einerseits nutzen sogenannte Content-Farmen die emotionale Wirkung des Holocaust und der Verbrechen der Nationalsozialisten, um mit geringem Aufwand hohe Reichweiten und dadurch Einnahmen zu erzielen. Andererseits werden KI-generierte Darstellungen gezielt eingesetzt, um historische Fakten zu relativieren, Opfer- und Täterrollen zu verschieben oder revisionistische Narrative zu verbreiten. Die Funktionslogiken der Plattformen verstärken diese Entwicklung, indem sie emotional aufgeladene Inhalte unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt bevorzugt verbreiten. 

Wir beobachten diese Entwicklung mit großer Sorge und wehren uns gegen das Verdrängen historischer Quellen und wissenschaftlicher Recherche! Wir wollen eine digitale Alltagswelt, in der Verfolgte des Nationalsozialismus sich darauf verlassen können, dass ihre Daten nicht missbraucht werden. Wir wollen, dass vielfältige, echte Stimmen und Perspektiven gehört werden und nicht für Profit ausgenutzt werden. 

Mehr als 30 Gedenkstätten und Lernorte haben einen offenen Brief dazu veröffentlicht: „Konsequentes Vorgehen gegen KI-generierte Holocaust-Verfälschungen auf Social Media-Plattformen“. Die Arbeitsstelle Holocaustliteratur unterstützt die Initiative und ist Mitunterzeichner des Briefs, der hier über die Webseite des Gedenkstättenforums in voller Länge abrufbar ist.


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Arbeitsstelle Holocaustliteratur
Otto-Behaghel-Str. 10 B / 1 · D-35394 Gießen · Deutschland
arbeitsstelle@holocaustliteratur.de
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