am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Veranstaltungstipp: Anlässlich des 100. Geburtstags von Anna Mettbach liest Schauspielerin Carolin Weber bei einer Matinee im KIZ aus den Erinnerungen der Gießener Sintezza und Holocaust-Überlebenden

20.01.2026

25. Januar, 11 Uhr, KiZ – Kultur im Zentrum (Südanlage 3a, 35390 Gießen), Eintritt frei 

Am 26. Januar 2026 jährt sich der Geburtstag der Gießener Sintezza und Holocaust-Überlebenden Anna Mettbach zum 100. Mal. Aus diesem Anlass laden die Stadt Gießen und das Literarische Zentrum Gießen am Sonntag, 25. Januar, um 11 Uhr zur Matineelesung „Unvergessene Anna Mettbach“ ins KiZ – Kultur im Zentrum ein. Zugleich soll auch an den Holocaust-Gedenktag erinnert werden, der in Deutschland seit 1996 am 27. Januar – dem Tag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz – begangen wird. 

Die Schauspielerin Carolin Weber (Stadttheater Gießen) wird Auszüge aus Mettbachs Erinnerungen lesen, die 1999 unter dem Titel „‚Wer wird denn die Nächste sein?‘ Die Leidensgeschichte einer Sintezza, die Auschwitz überlebte“ erschienen sind. Die Historikerin und Journalistin Heidrun Helwig, die Anna Mettbach in ihren letzten Lebensjahren bei zahlreichen Veranstaltungen begleitet hat, berichtet von diesen Begegnungen. Sie wird die gelesenen Passagen historisch einordnen und um Informationen zum Völkermord an den Sinti und Roma ergänzen. Im Anschluss haben Freunde und Weggefährten die Möglichkeit, ihre eigenen Erinnerungen an Anna Mettbach mit dem Publikum zu teilen. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. 

Kurzbiografie: 

Geboren als Anna Kreuz im Januar 1926 in Ulfa bei Nidda, wurde sie mit 16 Jahren nach Auschwitz deportiert. Es folgten die Verschleppung nach Ravensbrück sowie Zwangsarbeit bei Siemens im sächsischen Wolkenburg. Im April 1945 erlebte sie dort den Einmarsch der amerikanischen Soldaten. Ab Juli 1945 lebte Anna Mettbach in Gießen, trat über viele Jahre als Zeitzeugin an Schulen und Universitäten auf und wirkte an der Konzeption einer Wanderausstellung über die Verfolgung der Sinti und Roma in Hessen mit. Für ihr Engagement erhielt sie das Bundesverdienstkreuz sowie die Hedwig-Burgheim-Medaille der Stadt Gießen. Anna Mettbach verstarb am 23. November 2015 in Gießen. 

 


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