Das aktuelle Heft der Reihe Praxis Deutschunterricht (Westermann) widmet sich dem Thema „Holocaust und Nationalsozialismus – Erinnerungskulturelles Lernen“. Die Ausgabe 1/2026, herausgegeben von Sascha Feuchert, Torsten Mergen und Peter Bekes, ist Anfang Februar 2026 erschienen. Sie enthält u. a. Beiträge von Prof. Sascha Feuchert und Dr. Anika Binsch.
Kaum ein Gegenstandsbereich des Deutschunterrichts wirft für Lehr-Lern-Prozesse so vielfältige Herausforderungen im Bereich der Unterrichtsplanung, der Methodisierung und der lernerorientierten Passung auf wie das Thema Erinnerungskultur, nicht zuletzt, weil auch fiktionale Texte oftmals reale Schicksale in einem allgemeinen Diskurs halten. Da es immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gibt, die von ihren Erfahrungen mit dem bzw. im Nationalsozialismus berichten können, reflektiert das Heft die Verankerung des Themas in der schulischen Bildung, insbesondere im Deutschunterricht, hinsichtlich der Lernpotenziale. Es zeigt Wege auf, wie das Thema (auch) ohne unmittelbare Zeitzeugenschaft vermittelt werden kann, und liefert konkrete Unterrichtsvorschläge.
In seinem Beitrag stellt Sascha Feuchert ein Modell zum spiralcurricularen Einsatz von Holocaust-Literatur vor und verbindet dieses mit konkreten Lektüreempfehlungen für den Deutschunterricht der Klassenstufen 5 bis 13. Anika Binsch überführt die Ergebnisse der von der AHL in Zusammenarbeit mit KiKA durchgeführten Studie „Wir geben Schulen den Namen“ (Feuchert/Ehrhardt/Schütz et al. 2025) in eine vollständig ausgearbeitete Unterrichtssequenz für die Jahrgänge 7 und 8. Unter dem Titel „Symbolische Namen, gesellschaftliche Narrative. Schulnamen als Träger von Erinnerungskultur“ erhalten Lehrkräfte umfangreiche Materialien, Lösungshinweise sowie einen didaktischen Vorschlag zur gezielten Integration des KiKA-Schulnamen-Spezials in den Unterricht.
Weitere Beiträge und Unterrichtsvorschläge befassen sich mit dem Deutschunterricht als „Gedächtnisagentur“ und erinnerungskulturellem Lernen (Peter Bekes/Torsten Mergen), mit Zvi Avirams Erinnerungen an den Widerstand im Berliner Untergrund 1943-1945 (Antonius Baehr-Oliva), mit der filmischen Biografie „In Liebe, Eure Hilde“ zur Widerstandsbewegung der „Roten Kapelle“ (Liane Schüller) sowie der Graphic Novel „Beate & Serge Klarsfeld. Die Nazijäger“ (Florian Seemann), mit Cordelia Edvardsons Erinnerungen „Gebranntes Kind sucht das Feuer“ im Kontext der Mutter-Tochter-Beziehung zu Elisabeth Langgässer (Peter Bekes), mit Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ (Torsten Mergen) sowie mit dem Zeugnis von Ernst-Otto Krakenberger als KI-gestützter Chatbot (Anja Ballis/Ernst Hüttel/Michael Veeh).
Weitere Informationen zum Heft sowie eine Bestellmöglichkeit finden Sie hier.