am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

81. Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus: Regionale und überregionale Gedenkveranstaltungen und Programmhinweise

26.01.2026

27. Januar 2026

Als sowjetische Soldaten am 27. Januar 1945 das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz erreichten, fanden sie dort noch rund 7.000 von der SS zurückgelassene Gefangene vor – schwer krank, ausgehungert sowie körperlich und seelisch völlig erschöpft. „Es war kein Wachtraum, ein lebender Toter stand mir gegenüber. Hinter ihm waren im nebligen Dunkel Dutzende anderer Schattenwesen zu erahnen, lebende Skelette“, erinnerte sich Jakow Wintschenko, einer der Soldaten der Roten Armee, die an jenem Tag das Lager erreichten. Zwischen 1940 und 1945 hatten die Nationalsozialisten an diesem Ort des Terrors etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet. Für Abertausende, die im Zuge der Räumung des Lagers bereits Tage zuvor auf Todesmärsche Richtung Westen geschickt worden waren, war das Leid im Januar 1945 nicht vorüber – und auch viele der Gefangenen, die die Soldaten in Auschwitz vorfanden, überlebten die „Befreiung“ nur um wenige Monate.

Anlässlich des 81. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz und des Internationalen Holocaust-Gedenktages finden auch in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen statt, die an die Verbrechen des NS-Regimes erinnern und der Menschen gedenken, die während der Zeit des Nationalsozialismus entrechtet, verfolgt und ermordet wurden. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht ausgewählter zentraler Gedenkveranstaltungen sowie Programmhinweise aus Gießen und Umgebung.

Zentrale Gedenkveranstaltungen ([über-]regional)

Dienstag, 27. Januar 2026

  • 13 Uhr – Hessischer Landtag, Wiesbaden
    Jährliche Gedenkveranstaltung in der Eingangs- und Ausstellungshalle des Hessischen Landtages.
    Gedenkrede: Prof. Dr. Emile Schrijver, Direktor des Holocaustmuseums Amsterdam.
    Weitere Informationen finden Sie hier.
     
  • 16 Uhr – Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau (auch online)
    Die zentrale internationale Gedenkveranstaltung wird hier live übertragen. Um den Stimmen der Opfer und Überlebenden von Auschwitz uneingeschränkt Raum zu geben, wird an diesem besonderen Tag und an diesem besonderen Ort auf politische Reden verzichtet. Dieser Beschluss wurde vom Internationalen Auschwitz-Rat einstimmig unterstützt.
     
  • 19 Uhr – Kulturforum Wiesbaden
    „Verfemte Musik“ – Zentrale Gedenkveranstaltung der Landeshauptstadt Wiesbaden.
    Nach Grußworten von Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende musizieren Studierende der Wiesbadener Musikakademie Stücke von Komponisten, die vom NS-Regime verfolgt und aus dem Kulturleben verdrängt wurden.
    Anmeldung: veranstaltung-stadtarchiv@wiesbaden.de
    Weitere Informationen zur Kulturreihe „27. Januar: Erinnern an die Opfer“ (bis 12. Februar 2026) finden Sie hier.

Mittwoch, 28. Januar 2026

  • 12:30 Uhr – Deutscher Bundestag, Berlin (auch online)
    Gedenkstunde mit anschließender Podiumsdiskussion im Plenarsaal.
    Die Übertragung erfolgt live in deutscher und englischer Sprache sowie in Deutscher Gebärdensprache unter www.bundestag.de bzw. www.bundestag.de/gebaerdensprache.
    Gedenkrednerin: Holocaust-Überlebende Tova Friedmann, die u. a. gemeinsam mit ihrem Enkel auf TikTok über den Holocaust informiert.
    Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier.
    Begleitend wird die Ausstellung „An eine Zukunft glauben. Jüdische Biografien in der parlamentarischen Gründergeneration nach 1945“ vom 28. Januar bis 6. März 2026 in der Halle des Paul-Löbe-Hauses (Berlin) gezeigt.
    Weitere Informationen zu Ausstellung und Öffnungszeiten finden Sie hier.


Gedenkveranstaltungen in Gießen und Umgebung

  • Dillenburg | 25.–27. Januar 2026, Movie Star-Kino, Saal 5
    Veranstaltungsreihe „Dillenburg gedenkt“:
    25. Januar, 14:00 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst
    26. Januar, 19:30 Uhr: Vortrag von Vortrag von Autor und Filmproduzent Alfred Holighaus: „Schindlers Liste. Meilenstein der Filmgeschichte – Meilenstein der Erinnerung“
    27. Januar, 19:30 Uhr: Filmvorführung „Schindlers Liste“
    Mehr Informationen erhalten Sie hier.
     
  • Usingen | 27. Januar 2026, 10 Uhr
    Gedenkveranstaltung in der Christian-Wirth-Schule, organisiert von der Stadt Usingen und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hochtaunus.
    Zum Programm gelangen Sie hier.
     
  • Bad Nauheim | 27. Januar 2026, 11 Uhr
    Gedenkstunde am Holocaust-Denkmal (Parkstraße), veranstaltet von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Wetterau.
    Schüler:innen der Solgrabenschule lesen die Namen ermordeter Bad Nauheimer Jüdinnen und Juden.
    Mehr Informationen finden Sie hier.
     
  • Frankfurt | 27. Januar 2026, 12 Uhr
    „Geschichte, Erinnerungen und der ‚menschliche Orientierungssinn im Bereich des Wirklichen‘“ – Vortrag von Prof. Dr. Thomas Lindenberger (TU Dresden) im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung des Fritz Bauer Instituts mit dem Präsidium der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
    Nähere Informationen zum Vortrag finden Sie hier.
     
  • Buseck| 27. Januar 2026, 14:30 Uhr
    Kranzniederlegung auf dem Jüdischen Friedhof Nähe Sonnenhof.
    Im Anschluss, ab 16 Uhr, findet die Finissage der Ausstellung „Zwischen Recht und Gerechtigkeit“ im Anger 10 statt. Prof. Dr. Vanessa Conze (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) wird einen Vortrag zum Thema „Lange Schatten des Unrechts. Nationalsozialistische Verfolgung und ihre Nachgeschichte vor Ort“ halten. Auch Landrätin Anita Schneider ist zu Gast, um von ihrem Mandat im Kongress der Gemeinden und Regionen des Europarats zu berichten.
    Mehr Informationen finden Sie hier.
     
  • Wetzlar | 27. Januar 2026, 15 bis 17 Uhr
    Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung am Gedenkstein (Bebelplatz).
    Schüler:innen der Goetheschule Wetzlar gestalten einen begleitenden Vortrag.
    Anmeldung erbeten. Weitere Informationen finden Sie hier.
     
  • Alsfeld | 27. Januar 2026, 17 Uhr
    Gedenkveranstaltung des SPD-Ortsvereins Alsfeld und des DGB-Kreisverbandes Vogelsberg am Gedenkstein beim Amtsgericht Alsfeld.
    Im Mittelpunkt stehen neun ehemalige Alsfelder Mitbürger:innen, für die bislang keine Stolpersteine verlegt wurden.
    Weitere Informationen finden Sie hier.
     
  • Stadtallendorf | 27. Januar 2026, 17 Uhr
    „Gemeinsame Vergangenheit – Verpflichtung für die Zukunft“ – Gedenkveranstaltung des DIZ Stadtallendorf in Kooperation mit Schulen aus Stadtallendorf und Debrecen (Ungarn).
    Weitere Informationen finden Sie hier.
     
  • Gelsenkirchen | 27. Januar 2026, 18 Uhr
    Gedenkveranstaltung in der Neuen Synagoge Gelsenkirchen (Georgstraße 2, 45879 Gelsenkirchen).
    Vortrag von Prof. Dr. Sascha Feuchert: „Schreiben als Widerstand. Texte aus den Ghettos und den KZs als Zeugnisse der Selbstbehauptung“
    Anmeldung erforderlich: Tel. 0209 1552310 / E-Mail: anfrage@jg-ge.de
    Mehr Informationen finden Sie hier.
     
  • Gießen | 27. Januar 2026, 18 Uhr
    Gedenkveranstaltung der Jüdischen Gemeinde Gießen in Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Gießen-Wetzlar e.V in den Räumen der Jüdischen Gemeinde Gießen (Burggraben 6, 35390 Gießen).
    Mit einer Rede von Dow Aviv (Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde) und einem Vortrag von Dr. Alexandra Kurth (JLU Gießen) zum Thema „Heimischer oder Importierter Antisemitismus?“
     
  • Darmstadt | 27. Januar 2026, 18 bis 21 Uhr
    Gedenkveranstaltung im Rahmen des Projekts „Better Together!“ an der TU Darmstadt (AStA Café 128 qm).
    Redebeiträge von Eva Berendsen (Bildungsstätte Anne Frank), David Gießer (Verband Jüdischer Studierender Hessen), Mirjam Heydorn und Rinaldo Strauß (Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Hessen).
    Im anschließenden Podiumsgespräch wird die aktuelle politische Bedeutung des Gedenkens diskutiert.
    Weitere Informationen finden Sie hier.
     
  • Marburg | 27. Januar 2026, 18:30 Uhr
    Gedenkstunde mit Ansprachen und Gebeten sowie dem Anzünden von Gedenkkerzen vor der mittelalterlichen Synagoge (Willy-Sage-Platz), organisiert vom Arbeitskreis Landsynagoge Roth in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Geschichtswerkstatt Marburg.
     
  • Marburg | 29. Januar 2026, 19:30 Uhr
    „In der Luft, da bleibt Deine Wurzel“ – Vorführung des Dokumentarfilms über die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi von Mario Morales (2023) im Filmkunsttheater Capitol, organisiert vom Arbeitskreis Landsynagoge Roth in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Geschichtswerkstatt Marburg.
    Mehr Informationen erhalten Sie hier.
     
  • Frankfurt am Main | 29. Januar 2026, 19:30 Uhr
    Buchpräsentation im Hessischen Literaturforum im Mousonturm e. V.
    Christoph Heubner (Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees) liest aus seinem Buch „Als wir die Maikäfer waren“ (Seidl, 2023), das Erzählungen enthält, die auf den Erinnerungen von Auschwitz-Überlebenden basieren, die der Autor über vierzig Jahre lang begleitet hat.
    Weitere Informationen zu Eintritt und Anfahrt finden Sie hier.

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