am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Sommersemester 2026

Prof. Dr. Sascha Feuchert: Residential 2: "Future Thinking" (BA, Liberal Arts and Sciences)

regelmäßiger Termin ab 13.04.2026, wöchentlich Mo. 14:00-18:00 Uhr
Phil. I, C 011

Alle 17 Sustainable Development Goals werden als demokratiepolitische Aufgaben verstanden: Nachhaltige Entwicklung erfordert nicht nur technische Lösungen, sondern demokratische Institutionen, Erinnerung an historische Gewalt- und Ausgrenzungserfahrungen sowie aktive Gegenwehr gegen autoritäre und faschistische Ideologien. Erinnerungskultur, Menschenrechte und demokratische Resilienz bilden den normativen Rahmen, in dem sämtliche SDGs analysiert und praktisch bearbeitet werden.
 


Dr. Anika Binsch: Eugen Kogons „Der SS-Staat“ – ein Schlüsseltext, der den Blick auf nationalsozialistische Lager prägte und bis heute unseren (literarischen) Erinnerungsdiskurs mitgestaltet

regelmäßiger Termin ab 14.04.2026, wöchentlich Di. 14:00-16:00 Uhr 
Phil. I, B 106

Zwischen 1945 und 1949 entstanden zahlreiche Werke der Holocaust- und Lagerliteratur, von denen viele im kollektiven Gedächtnis in Vergessenheit geraten sind. Kogons Text jedoch erhielt große Aufmerksamkeit, provozierte Debatten und wurde in den westlichen Besatzungszonen zur Blaupause für zahlreiche weitere Werke. Seine Mischung aus Analyse, Zeitzeugenschaft und politischem Appell machte den „SS-Staat“ zu einem der einflussreichsten Bücher der frühen Nachkriegszeit – und zu einem zentralen Baustein unseres heutigen Verständnisses von NS-Verfolgung.
Das Seminar eröffnet Ihnen einen differenzierten Zugang zu diesem Werk: Wir durchdringen Aufbau, Inhalt und Argumentation, rekonstruieren die Produktions- und Rezeptionsgeschichte, vergleichen weitere damalige zeitgenössische literarische Stimmen und diskutieren, wie Kogons Buch den erinnerungskulturellen Diskurs geprägt hat. Zugleich fragen wir, welche Bedeutung diese frühen Texte für unser heutiges historisches Lernen, für schulische Vermittlung und für verantwortungsbewusstes gesellschaftliches Handeln besitzen.
 


Prof. Dr. Sascha Feuchert: Holocaustliteratur in der Schule: Zwischen historischem und literarischen Lernen

regelmäßiger Termin ab 16.04.2026, wöchentlich Do. 14:00-16:00 Uhr
Phil. I, B 128

In seiner "Paderborner Erklärung" forderte der "Fachverband Deutsch im Deutschen Germanistenverband" eine verbindliche Berücksichtigung der Holocaustliteratur in den Lehrplänen des Faches Deutsch, da sich angesichts steigender antisemitischer Vorfälle unter jüngeren Menschen und der erschreckenden Unkenntnis deutscher Schülerinnen und Schüler über den Holocaust (Memo-Studie 2025) erinnerungskulturelles Lernen dringend erneuern müsse. In der Tat kann der Deutschunterricht als "eigenständige und komplementäre Gedächtnisagentur" (Feuchert 2019) wirken: Das Seminar will ausloten, unter welchen Bedingungen das geschehen kann und welche Texte dafür in Frage kommen. Eine erhöhte Lesebereitschaft ist unbedingte Voraussetzung für die Teilnahme an diesem (sehr praxisorientierten) Seminar!
 


Dr. Anika Binsch: Hadamar verstehen, vermitteln, erinnern: NS-„Euthanasie“ historisch aufarbeiten und literaturbasiert inklusiv didaktisch erschließen

regelmäßiger Termin ab 16.04.2026, wöchentlich Do. 16:00-18:00 Uhr
Phil. I, G 233

Das Seminar richtet sich primär an Studierende des Lehramts für Förderschulen (L5): Ihre Differenzsensibilität sowie Ihr Blick für zugängliche und adressatengerechte Aufbereitung historischer Inhalte ist zentraler Bestandteil der gemeinsamen Arbeit. Ziel ist es, fachwissenschaftliche Sicherheit mit professioneller Vermittlungskompetenz zu verbinden und Erinnerungskultur inklusiv zu gestalten.
Das Seminar verbindet dafür historische Grundlagenarbeit mit praxisorientierter Fachdidaktik. Im ersten Teil erarbeiten wir gemeinsam die ideologischen, politischen und institutionellen Voraussetzungen der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen sowie die Geschichte der Tötungsanstalt Hadamar. Zudem widmen wir uns Textzeugnissen der NS-„Euthanasie“ und ihrem historischen Kontext und fragen, wie Literatur Gewaltgeschichte darstellt und welches Potenzial sie für historisches und literarisches Lernen sowie ethische Reflexion eröffnet.
Der zweite Teil ist projektorientiert: Auf Grundlage der erarbeiteten literatur- und geschichtsdidaktischen Erkenntnisse entwickeln Sie zielgruppenspezifische (literaturbasierte) Materialien und ein Vermittlungskonzept für die gemeinsame Exkursion nach Hadamar mit besonderem Fokus auf heterogene Lerngruppen und inklusive Bildungssettings.
Die Exkursion findet am 20.06.2026 statt (ganztägig). Die Teilnahme daran ist verbindlich.
 


Prof. Dr. Sascha Feuchert: Auschwitz vor Gericht und auf der Bühne

regelmäßiger Termin ab 17.04.2026, wöchentlich Fr. 12:00-14:00 Uhr
Phil. I, B 009

In den 1960er Jahren sorgten zwei Gerichtsprozesse dafür, dass „Auschwitz“ (als Synonym für die Verbrechen, die heute mit den Begriffen Holocaust und Shoah umschrieben werden) auch zum Gegenstand auf der Bühne wurde: Die Rede ist vom Eichmann-Prozess in Jerusalem (1961) und dem Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963). Das Seminar setzt sich zum Ziel, zum einen die epochale Bedeutung der Prozesse (v.a. des Frankfurter Verfahrens) zu rekonstruieren und zum anderen zu verfolgen, welche literarischen Debatten um die Darstellung von "Auschwitz" sie (mit-)auslösten. Gast einer Seminarsitzung wird mit Oberstaatsanwalt a.D. Gerhard Wiese der letzte noch lebende Prozessbeteiligte des Frankfurter Verfahrens sein.
 


Prof. Dr. Sascha Feuchert: Holocaustliteratur und das Getto Lodz/Litzmannstadt. Seminar mit Exkursion nach Lodz

Vorbereitung 18.04.2026, 10-18 Uhr, Phil. I, G 026; Exkursion 17.-21.5.2026

In diesem binationalen Seminar sollen die Studierenden sich intensiv literaturwissenschaftlich (und - didaktisch) mit Zeugnissen aus dem Getto Lodz/Litzmannstadt (1941-1944) beschäftigen und sich mit den Spuren dieses "Krepierwinkels" (Oskar Rosenfeld) in der heutigen Stadt beschäftigen. Nach einem Vorbereitungsseminar (18.4.2026) in Gießen treffen die Teilnehmer/innen zwischen dem 17. und 21. Mai auf polnische Studierende, um gemeinsam an den Texten und der Spurenrekonstruktion zu arbeiten.
 


Jennifer Ehrhardt: Stories of War and Conflict: Peace Education in Foreign Language Learning and Teaching (Hybrid)

Do. 18.06.2026, 16-18 Uhr; Fr. 19.06.2026,10-18 Uhr; Fr. 10.07.2026, 10-18 Uhr; Sa. 11.07.2026, 10-18 Uhr, jeweils Alter Steinbacher Weg 44, 103, und über BBB


War and trauma have profoundly shaped – and continue to shape – human history and experience. From early conflicts and the world wars of the twentieth century to contemporary and even imagined future conflicts, literature repeatedly returns to questions of violence, injustice, and displacement. This seminar explores how such narratives can be used as valuable resources in peace education, human rights education, and global citizenship education within the EFLC.

Drawing upon a diverse range of texts and visual media – from personal memoirs to novels, poetry, and film – students will critically examine representations of war and its aftermath across different historical and cultural contexts. Particular attention will be paid to how these narratives articulate the lived experiences of trauma, loss, resilience, and resistance. By connecting literary and media analysis with classroom practice, students will develop strategies for using such texts to foster empathy and support peacebuilding, ultimately contributing to the education of globally conscious, critically minded, and socially responsible language learners.


Drucken
TOP
Arbeitsstelle Holocaustliteratur
Otto-Behaghel-Str. 10 B / 1 · D-35394 Gießen · Deutschland
arbeitsstelle@holocaustliteratur.de
News

Diese Webseite verwendet Cookies
Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Funktionen personalisieren zu können. Bitte treffen Sie Ihre Auswahl, um den Funktions-Umfang unserer Cookie-Technik zu bestimmen. Weitere Informationen zu Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.