am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

„Dieser Kampf kostet Nervenkraft“ – Lesung aus den Kellner-Tagebüchern 1939–1945 in der Stadtkirche Laubach

13.10.2026

22. Oktober 2026, 19 Uhr, Evangelische Stadtkirche Laubach (Kirchplatz 14, 35321 Laubach), Anmeldung möglich bis zum 20. Oktober 2026

Am Donnerstag, dem 22. Oktober 2026, stellt die AHL zusammen mit dem Landesbüro Hessen der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), der Stadt Laubach und der evangelischen Kirchengemeinde Laubach ab 19 Uhr in der Stadtkirche in Laubach die Tagebücher Friedrich Kellners (1885–1970) vor.

Eine Besonderheit der Lesung ist, dass Kellner während der NS-Zeit als Justizangestellter am Amtsgericht in Laubach arbeitete und dort im Verborgenen ein detailliertes Tagebuch führte. Darin enthalten sind zahlreiche Beobachtungen aus dem Alltag der mittelhessischen Kleinstadt sowie zu politischen Ereignissen und den Verbrechen des NS-Regimes. Nach Kellners Tod wurden die Aufzeichnungen entdeckt, an der Arbeitsstelle Holocaustliteratur ediert und im Wallstein Verlag veröffentlicht. Sie gelten als einer der wenigen kontinuierlichen Zeitzeugenberichte über den Alltag im Nationalsozialismus und als wichtige private Chronik des Widerstands und der Zivilcourage. Friedrich Kellner schrieb: „Dieser Kampf kostet Nerven.” Seine Aufzeichnungen zeigen, wie wichtig es ist, politische Entwicklungen aufmerksam zu beobachten, Gefahren rechtsextremer Ideologien frühzeitig zu erkennen und ihnen entschieden entgegenzutreten.

Programmablauf

  • Musikalische Einstimmung
  • Begrüßung/Moderation: Katharina van Zanten, FES
  • Grußwort: Bürgermeister Matthias Meyer
  • Grußwort: Prof. Robert Scott Kellner (USA), Enkel von Friedrich Kellner
  • Lesung ausgewählter Textpassagen: Dr. Roman Kurtz (Stadttheater Gießen)
  • Vortrag: Prof. Sascha Feuchert (AHL)
  • Dankesworte: Stadtverordnetenvorsteher Joachim M. Kühn
  • Musikalischer Abschluss

Eine Anmeldung ist bis zum 20. Oktober 2026 hier möglich.

Weitere Informationen zur Veranstaltung, die von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Aktionsbündnis „Laubach steht auf!“ und der Friedenskooperative Grünberg Laubach Mücke unterstützt wird, finden Sie hier.


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Arbeitsstelle Holocaustliteratur
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