Als herausragendes Beispiel dieser Arbeit hob Umlauf den Band „Das Vermächtnis“ hervor, den sie als ein „Mammutwerk“ bezeichnete. Die darin versammelten Reden seien „kluge, hellsichtige, zarte und tieftraurige Worte“ von Menschen, „die die Realität von Auschwitz am eigenen Leib gespürt und zumeist ihre ganze Verwandtschaft in der Asche von Auschwitz zurückgelassen haben“, und die „trotz des unendlichen Meeres von Leid, das ihnen innewohnt, doch immer auch von Hoffnung gespeist werden“. Zugleich stellte sie angesichts der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen jedoch die Frage: „Haben diese Worte und Reden der Überlebenden Wirkung gezeigt? Waren sie vielleicht in den Wind gesprochen?“ Ihre Antwort mündete in einen Appell an die Anwesenden: „[O]b die Worte meiner Freundinnen und Freunde, von denen viele schon nicht mehr unter uns sind, tatsächlich gelten – das entscheiden heute und in Zukunft ganz allein Sie!“
Im Anschluss an die Lesung, bei der Sven Görtz den Überlebenden erneut seine Stimme lieh und Mitarbeitende der AHL die biografischen Hintergründe der Redner:innen präsentierten, folgte ein Gespräch mit den Herausgebenden Sascha Feuchert und Aleksandra Bak-Zawalski. Moderiert wurde es von Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des IAK. Sie berichteten über die Herausforderungen ihrer Recherchen und den besonderen literarischen Rang der Reden, die Feuchert als „wohl bedeutendste Reden des 20. Jahrhunderts“ bezeichnete. Gleichzeitig äußerte der Literaturwissenschaftler und -didaktiker große Sorge darüber, dass die Botschaften der Überlebenden heute kaum noch Gehör finden: „Es ist höchste Zeit, dass wir zuhören und dass wir verstehen“, mahnte er.
Die Hans und Berthold Finkelstein Stiftung berichtet ebenfalls auf ihrer Homepage über die Veranstaltung. Zum Beitrag gelangen Sie hier.
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