am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Wintersemester 2025/26

Jennifer Ehrhardt und Felix Luckau: „Stories“ gegen das Vergessen? Holocaust(-literatur) in den sozialen und digitalen Medien

regelmäßiger Termin ab 13.10.2025, wöchentlich Mo. 10:00-12:00 Uhr 
Phil. I, B 033

Wenn man Vlogs von ‚Anne Frank‘ sieht, Influencer erklären, wie es Frauen in Konzentrationslagern erging, Zeitzeugen ihre (Über-)Lebensgeschichten im Livestream erzählen, auf BookTok „Der Junge im gestreiften Pyjama“ als „life-changing experience“ angepriesen wird und KI-ChatBots rechte Verschwörungserzählungen verbreiten, zeigt sich: Holocaust und Nationalsozialismus sind längst Teil dessen, was täglich in sozialen Medien und digitalen Räumen verhandelt wird. Doch was bedeutet es, wenn komplexe historische Erfahrungen und persönliche Geschichten in klickbare, teilbare Formate übersetzt werden? Wie verändert sich das Erzählen über den Holocaust unter diesen neuen Voraussetzungen? Welche Chancen bietet diese Art der Vermittlung und welche Risiken birgt sie für den Umgang mit der Vergangenheit? 
Im Seminar werden aktuelle Formen des Gedenkens auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder Wattpad erforscht und analysiert sowie narrative Strategien zwischen historischer Vermittlung, popkultureller Aneignung, Kommerzialisierung und Verzerrung diskutiert.
 


Felix Luckau: Geschichte(n) aus Bildern – was filmische Darstellungen des Holocaust über dessen Aufarbeitung verraten

regelmäßiger Termin ab 13.10.2024, wöchentlich Mo. 16:00-18:00 Uhr 
Phil. I, B 033


Der Holocaust und das Medium Film sind seit den historischen Ereignissen eng miteinander verbunden – etwa durch die antisemitische Propaganda der Nationalsozialisten, als Instrument der Konfrontation und Aufklärung durch die Alliierten nach dem Krieg oder als wichtiges Medium der Erinnerung, des Gedenkens und der Aufarbeitung. Filme ermöglichen dabei scheinbar direkte Einblicke in historische Ereignisse, die sonst als „unvorstellbar“ gelten. Zugleich besitzt der Film als erzählendes Medium eine enorme kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung und prägt so maßgeblich, was und wie erinnert wird. Das Seminar hat zum Ziel, die Aufarbeitung des Holocaust im Zeitraum von 1950 bis 1979 anhand ausgewählter filmischer Beispiele (sowie deren literarischer Vorlagen) zu untersuchen und zu diskutieren, wie diese Darstellungen das Gedenken bis heute beeinflussen.
 


Dr. Anika Binsch: Einführung in die Geschichte des Holocaust: Wie Quellen und Literatur unsere Geschichte erzählen – und was wir heute daraus lernen 

regelmäßiger Termin ab 14.10.2025, wöchentlich Di. 14:00-16:00 Uhr
Phil. I, G 026

„Aus der Geschichte lernen zu wollen bedeutet, sie erst kennenlernen zu müssen“ (Heyl 1996). Das gilt insbesondere auch, wenn man sich Werken der Holocaust- und Lagerliteratur aus literaturwissenschaftlicher und/oder literaturdidaktischer Perspektive widmet. Das Seminar zielt deswegen darauf ab, einen Überblick über die historische Ereignisgeschichte zu vermitteln und dabei neben exemplarisch ausgewählten historischen Dokumenten vor allem Textzeugnisse der Holocaust- und Lagerliteratur heranzuziehen, sie zu kontextualisieren und danach zu befragen, wie die NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik in ihnen repräsentiert wird.
 


Dr. Anika Binsch: „Textzeugen“ der Holocaust- und Lagerliteratur in Bildungskontexten: Seminar mit Exkursion in die Gedenkstätte Hadamar

regelmäßiger Termin ab 16.10.2025, wöchentlich Do. 08:00-10:00 Uhr
Phil. I, B 009

Im Seminar beschäftigen wir uns mit dem didaktisch kontrollierten Einsatz von Holocaust- und Lagerliteratur in Bildungskontexten – besonders im Kontext gedenkstättenpädagogischer Ansätze. Im Fokus steht die Frage, inwiefern durch die Arbeit mit „Textzeugen“ Wissen vermittelt, Empathie gefördert und zur Reflexion über Gegenwart und Zukunft angeregt werden kann. Dafür erschließen wir uns zunächst eine grundlegende Definition und einen Überblick über die literaturhistorische Entwicklung und kulturelle Funktion der Holocaust- und Lagerliteratur im Rahmen des deutschsprachigen Erinnerungsdiskurses. Darauf aufbauend geht es um konkrete Vermittlungsformen und den „Gebrauchszuammenhänge“ in der Bildungsarbeit. Eine Exkursion zur Gedenkstätte Hadamar am 31.01.2026 dient der praktischen Vertiefung der im Seminar diskutierten Konzepte und eröffnet einen konkreten Einblick in die gedenkstättenpädagogische Arbeit vor Ort.
 


Prof. Dr. Sascha Feuchert:
Neuere KJL zum Holocaust und zum Nationalsozialismus für die Schule (Begleitseminar zur Vorlesung)

regelmäßiger Termin ab 16.10.2024, wöchentlich Do. 10:00-12:00 Uhr
Phil. I, G 025

Ausgehend vom "Gießener Modell" soll den Studierenden zunächst ermöglicht werden zu erfassen, was unter Holocaustliteratur überhaupt verstanden werden kann, wo diese Gattung ihren Platz im schulischen Literaturunterricht hat und warum adaptierte Texte der Kinder- und Jugendliteratur (KJL) zum Holocaust sich besonders eignen (zumindest in der Sek. 1). In einem zweiten Schritt sollen dann ausgewählte (und schulisch bereits erprobte) Texte der KJL zum Holocaust exemplarisch analysiert und daraufhin überprüft werden, ob und ggf. wie sie für den schulischen Einsatz konkret verwendbar sind und welche Rolle sie evtl. auch in der Vorbereitung von Gedenkstättenfahrten spielen können. Eine hohe Lektürebereitschaft ist unbedingte Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Seminar. Das Seminar versteht sich als Begleitseminar zur Vorlesung im Modul.
 


Prof. Dr. Sascha Feuchert: Holocaust- und Lagerliteratur: Theorie – Geschichte – schulische Praxis

regelmäßiger Termin ab 17.10.2025, wöchentlich Fr. 14:00-16:00 Uhr 
Phil. I, A 2 (Hörsaal)

Die Vorlesung widmet sich mit der Holocaust- und Lagerliteratur einem Gegenstand, der hochrelevant für die schulische Praxis ist. Zunächst soll entwickelt werden, was Holocaust- und Lagerliteratur überhaupt ist und warum es sinnvoll ist, sie (auch) als eigenständige Gattung wahrzunehmen. Danach soll an herausragenden Beispielen die Gattungsgeschichte nachgezeichnet werden, ehe beschrieben wird, in welchen Kontexten Holocaust- und Lagerliteratur vor allem im Deutsch-Unterricht eine Rolle spielen kann.


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Arbeitsstelle Holocaustliteratur
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