am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

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Arbeitsstelle Holocaustliteratur

Geschichten bewahren, erforschen, vermitteln


Aktuelles

Gedenkstättenfahrt in das ehemalige KZ Buchenwald im September 2016

In Kooperation mit dem Jugendbildungswerk des Landkreises Gießen und der Theo-Koch-Schule Grünberg veranstaltet die Arbeitsstelle Holocaustliteratur vom 12.-16. September 2016 eine Gedenkstättenfahrt in das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse.

Vor Ort werden sich die Teilnehmer über eine Führung durch die Gedenkstätte und in gemeinsamen Projekten mit dem ehemaligen KZ Buchenwald auseinandersetzten. Ebenfalls vorgesehen ist ein praktischer Beitrag zum Erhalt der Gedenkstätte.

Begleitet wird die Fahrt von zwei Lehrkräften und einer Teamerin. Die Studienfahrt wird unterstützt vom Staatlichen Schulamt für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis und findet während der Schulzeit statt. Den Schulleitungen wird die Freistellung der Schülerinnen und Schüler für diesen Zeitraum empfohlen.

Am 2. Juli und 3. September 2016 finden jeweils verbindliche Vorbereitungstage statt.

Weitere Informationen sowie das Anmeldformular finden Sie hier:http://www.lkgi-jugendfoerderung.de/…/gedenkstaettenfahrt-i… .


Zweiter Band der Schriftenreihe der Arbeitsstelle Holocaustliteratur im Metropol Verlag erschienen

Unter dem Titel "Erzähl, was mit uns geschehen ist! - Erinnerungen an den Holocaust" sind im Metropol-Verlag die Erinnerungen von Mendel Szajnfeld in der Reihe "Studien und Dokumente zur Holocaust- und Lagerliteratur" erschienen. Bearbeitet wurde das Buch von Simon Szajnfeld, aus dem Norwegischen übersetzt sowie mit einem Nachwort versehen von Elisabeth Turvold.

Mendel Szajnfeld berichtet in seinem Buch vom Holocaust in Polen und seinen ersten Jahren nach der Befreiung. Als junger Mann erlebte er Verfolgung und Zwangsarbeit in Działoszyce, im Südosten Polens, sowie als Häftling in Płaszów und anderen, bislang kaum beschriebenen Zwangsarbeitslagern. Mendel Szajnfeld zeichnet ein plastisches Bild vom dortigen Leben und Leiden abseits der bekannten Gettos und Lager. Ausführlich widmet er sich auch der Nachkriegszeit. Er erzählt vom Glück der Befreiung, von seinen kurzzeitigen Erfahrungen mit dem sowjetischen NKWD sowie vom verschlungenen Weg eines Überlebenden von Polen über Nachkriegsdeutschland bis nach Norwegen.


Zur Homepage des Metropol-Verlag gelangen Sie hier.

Mendel Szajnfeld: Erzähl, was mit uns geschehen ist! Erinnerungen an den Holocaust. Aus dem Norwegischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Elisabeth Turvold. Herausgegeben von Sascha Feuchert, Markus Roth und Kristine Tromsdorf. Berlin: Metropol 2016.


Tagebuchaufzeichnungen aus dem Getto Lodz/Litzmannstadt von Józef Zelkowicz im Wallstein Verlag erschienen

Unter dem Titel „In diesen albtraumhaften Tagen. Tagebuch aus dem Getto Lodz/Litzmannstadt, September 1942“ ist nun im Wallstein Verlag eines der eindrucksvollsten Zeugnisse jiddisch schreibender Autoren aus dem Holocaust erschienen.

Im Getto von Lodz/Litzmannstadt wurden ab Februar 1940 mehr als 200.000 Menschen zusammengepfercht. Bis Mai 1942 fielen rund 42.000 Menschen aus dem Getto im Vernichtungslager Kulmhof Vergasungen zum Opfer. Am 1. und 2. September 1942 wurden ohne Vorankündigung die Krankenhäuser des Gettos geräumt. Beteiligt waren neben dem jüdischen Ordnungsdienst deutsche Gestapo-, Kripo- und Schutzpolizeibeamte, die die Menschen brutal zusammentrieben.

Józef Zelkowicz (1897-1944) arbeitete im Getto im „Archiv des Judenältesten“ und gehörte seit Januar 1941 zu den Autoren der „Chronik“ des Gettos. Er wurde im August 1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Mit diesem Band liegt nun erstmals in deutscher Sprache Józef Zelkowicz` Text zu den Räumungen und der darauf folgenden Deportation von fast 16.000 Männern, Frauen und Kindern vor. Herausgegeben und kommentiert wurde die gemeinsame Publikation der Arbeitsstelle Holocaustliteratur (Universität Gießen) und des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte in München von Angela Genger, Andrea Löw und Sascha Feuchert. Aus dem Jiddischen übersetzt wurde sie von Susan Hiep.


Forschungsprojekt ′GeoBib′

Ziel des Projekts ist es, die frühen Texte der deutsch- bzw. polnischsprachigen Holocaust- und Lagerliteratur von 1933-1949 bibliographisch in einer Online-Datenbank zu erfassen.

So können diese frühen Texte, die in weiten Teilen aus dem kulturellen und kollektiven Gedächtnis verdrängt wurden, überhaupt erst wieder auffindbar gemacht und für die öffentliche, wissenschaftliche und didaktische Wahrnehmung erschlossen und aufbereitet werden. Ergänzt werden die bibliographischen Einträge durch inhaltliche und biographische Annotationen sowie Georeferenzierungen (Informationen zu Orten und Plätzen anhand von Kartenmaterial).

Das gemeinsame Projekt der Arbeitsstelle Holocaustliteratur mit dem Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI), der Professur für Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik, dem Institut für Geographie (alle JLU Gießen) sowie dem Herder-Institut (Marburg) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.



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