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Ausstellung zu Aristides de Sousa Mendes ′Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt′ ab 29. Mai 2017 in der UB Gießen

Die Universitätsbibliothek Gießen, das Institut für Romanistik und die Arbeitsstelle Holocaustliteratur zeigen ab 29. Mai 2017 eine Ausstellung zu dem Diplomaten Aristides de Sousa Mendes

Der portugiesische Diplomat Aristides de Sousa Mendes (1885-1954) rettete im Juni 1940 als Generalkonsul von Bordeaux rund 30.000 Menschen, darunter 10.000 Juden, vor der Verfolgung durch die Nazis, als die deutsche Wehrmacht Frankreich besetzte. Gegen ausdrückliche Anordnungen seiner Regierung, auf volles eigenes Risiko und unter großem Zeitdruck stellte Sousa Mendes aus humanitären, rein altruistischen Motiven binnen weniger Tage zehntausende Visa für verfolgte Menschen aus. Da er mit seiner Rettungsaktion gegen den Willen der portugiesischen Salazar-Diktatur verstieß, wurde er aus dem diplomatischen Dienst entfernt und verstarb in Armut. Erst 1988 wurde er rehabilitiert.
Der Einsatz von Aristides de Sousa Mendes ist "das größte Rettungsunternehmen eines Einzelnen während des Holocaust", heißt es in José-Alain Fralons Biographie zu Sousa Mendes "Der Gerechte von Bordeaux". Sousa Mendes wird heute als einer der Gerechten unter den Völkern durch die Gedenkstätte Yad Vashem geehrt.

Seit 2008 präsentiert der Verein "ViVer – Vision und Verantwortung e.V." die Ausstellung "Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt: Aristides de Sousa Mendes – Ein Beispiel für Zivilcourage". Es ist die erste Ausstellung überhaupt, die bisher in Deutschland über Sousa Mendes gezeigt wird.

Die Ausstellung wird mit einer Vernissage am 29. Mai 2017 um 19 Uhr eröffnet. Zur Einführung sprechen Prof. Dr. Verena Dolle (JLU-Vizepräsidentin für Studium und Lehre und Romanistin), Dr. Peter Reuter (Leitender Bibliotheksdirektor der Universitätsbibliothek) Gießen und Dr. Markus Roth (Stellvertretender Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur) sowie die Ausstellungsmacher Katharina Stillisch und Sven Wierskalla vom Verein "„ViVer – Vision und Verantwortung e.V." Im Anschluss gibt es die Möglichkeit einer Führung durch die Ausstellung.

Die Ausstellung ist eine Kooperation der Universitätsbibliothek Gießen, des Instituts für Romanistik sowie der Arbeitsstelle Holocaustliteratur mit freundlicher Unterstützung der Ernst-Ludwig Chambré-Stiftung zu Lich und wird bis zum 30. Juni 2017 im Ausstellungsraum im Erdgeschoss der Universitätsbibliothek Gießen täglich von 7.30 Uhr bis 23.00 Uhr (außer an gesetzlichen Feiertagen) zu sehen sein. Der Eintritt ist frei.


Bericht: Lesung und Gespräch zu Jerzy Jurandot ′Die Liebe sucht eine Wohnung′

Am 9. Mai 2017 stellten im Gießener Rathaus der Autor David Safier und Markus Roth die Komödie von Jerzy Jurandot "Die Liebe sucht eine Wohnung" vor, die im Warschauer Getto entstand und dort zum ersten und einzigen Mal aufgeführt wurde. Safier und Roth haben das Stück, das im März 2017 erstmals auf Deutsch in der gemeinsamen Schriftenreihe der Arbeitsstelle Holocaustliteratur und der Ernst-Ludwig Chambré-Stiftung zu Lich "Studien und Dokumente zur Holocaust- und Lagerliteratur" im Metropol Verlag erschienen ist, herausgegeben. Im Gespräch, das von Sascha Feuchert moderiert wurde, sprachen sie sowohl über die historischen Kontexte und Entstehungsbedingungen des Stücks als auch über inhaltliche Aspekte.

Eingerahmt wurde das Gespräch durch zwei szenische Lesungen aus dem Stück durch die beiden Schauspieler Anne-Elise Minetti und Roman Kurtz vom Stadttheater Gießen. Im Mittelpunkt der Komödie stehen zwei frisch verheiratete Paare, die sich durch einen unglücklichen Zufall ein Zimmer teilen müssen. Vor dem immer wieder durchscheinenden Getto-Alltag entwickelt sich eine Überkreuz-Beziehung zwischen den Paaren. Durch die großartige Inszenierung der beiden Schauspieler konnte das Publikum einen sowohl unterhaltsamen als auch umfassenden Eindruck der Komödie bekommen, die durch ihre flotten Dialoge und streckenweise boulevardesken Elemente sehr komisch ist und das Publikum wiederholt zum Lachen brachte.

Die AHL bedankt sich sehr herzlich für die gelungene Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Gießen (LZG), dem Kulturamt der Stadt Gießen und der Ernst-Ludwig Chambré-Stiftung zu Lich. Ein weiterer großer Dank geht an David Safier sowie an Anne-Elise Minetti und Roman Kurtz.



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