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Rezension in der FAZ

Am 8. Januar berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung ausführlich über "In diesen albtraumhaften Tagen. Tagebuch aus dem Getto Lodz/Litzmannstadt, September 1942". Andreas Platthaus beschreibt die Tagebuchaufzeichnungen von Józef Zelkowicz als ein "literarisches Wunder - und eine Last, die man bei und nach der Lektüre nicht mehr loswird". Den Inhalt der Rezension finden Sie auch auf der Internetseite www.buecher.de hier.

Tagebuchaufzeichnungen aus dem Getto Lodz/Litzmannstadt von Józef Zelkowicz im Wallstein Verlag erschienen

Unter dem Titel „In diesen albtraumhaften Tagen. Tagebuch aus dem Getto Lodz/Litzmannstadt, September 1942“ ist nun im Wallstein Verlag eines der eindrucksvollsten Zeugnisse jiddisch schreibender Autoren aus dem Holocaust erschienen.

Im Getto von Lodz/Litzmannstadt wurden ab Februar 1940 mehr als 200.000 Menschen zusammengepfercht. Bis Mai 1942 fielen rund 42.000 Menschen aus dem Getto im Vernichtungslager Kulmhof Vergasungen zum Opfer. Am 1. und 2. September 1942 wurden ohne Vorankündigung die Krankenhäuser des Gettos geräumt. Beteiligt waren neben dem jüdischen Ordnungsdienst deutsche Gestapo-, Kripo- und Schutzpolizeibeamte, die die Menschen brutal zusammentrieben.

Józef Zelkowicz (1897-1944) arbeitete im Getto im „Archiv des Judenältesten“ und gehörte seit Januar 1941 zu den Autoren der „Chronik“ des Gettos. Er wurde im August 1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Mit diesem Band liegt nun erstmals in deutscher Sprache Józef Zelkowicz` Text zu den Räumungen und der darauf folgenden Deportation von fast 16.000 Männern, Frauen und Kindern vor. Herausgegeben und kommentiert wurde die gemeinsame Publikation der Arbeitsstelle Holocaustliteratur (Universität Gießen) und des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte in München von Angela Genger, Andrea Löw und Sascha Feuchert. Aus dem Jiddischen übersetzt wurde sie von Susan Hiep.


Forschungsprojekt ′GeoBib′

Ziel des Projekts ist es, die frühen Texte der deutsch- bzw. polnischsprachigen Holocaust- und Lagerliteratur von 1933-1949 bibliographisch in einer Online-Datenbank zu erfassen.

So können diese frühen Texte, die in weiten Teilen aus dem kulturellen und kollektiven Gedächtnis verdrängt wurden, überhaupt erst wieder auffindbar gemacht und für die öffentliche, wissenschaftliche und didaktische Wahrnehmung erschlossen und aufbereitet werden. Ergänzt werden die bibliographischen Einträge durch inhaltliche und biographische Annotationen sowie Georeferenzierungen (Informationen zu Orten und Plätzen anhand von Kartenmaterial).

Das gemeinsame Projekt der Arbeitsstelle Holocaustliteratur mit dem Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI), der Professur für Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik, dem Institut für Geographie (alle JLU Gießen) sowie dem Herder-Institut (Marburg) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.



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