am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Lesungen

13.12.2018
Lesung aus ′Die verlorene Liebe der Ilse Stein′ mit Johannes Winter
Am 13. Dezember 2018, um 19 Uhr, organisiert die Arbeitsstelle Holocaustliteratur zusammen mit dem Literarischen Zentrum Gießen (LZG) im KiZ/Literarisches Zentrum Gießen (Südanlage 3 a, 35390 Gießen) im Rahmen der Aus... mehr lesen

Am 13. Dezember 2018, um 19 Uhr, organisiert die Arbeitsstelle Holocaustliteratur zusammen mit dem Literarischen Zentrum Gießen (LZG) im KiZ/Literarisches Zentrum Gießen (Südanlage 3 a, 35390 Gießen) im Rahmen der Ausstellung ′Vernichtungsort Malyj Trostenez - Geschichte und Erinnerung′ eine Lesung mit dem Autor Johannes Winter (Frankfurt am Main) zu seinem Buch "Die verlorene Liebe der Ilse Stein". llse Stein und ihre Familie wurden 1939 aus ihrem oberhessischen Heimatdorf Geiß-Nidda nach Frankfurt am Main vertrieben, weil sie Juden waren. Im November 1941 wurde die Familie von Frankfurt in das Ghetto in Minsk in Weißrussland deportiert. Dort rettete der Wehrmachtsangehörigen Willi Schulz, der zeitweise auch nach Malyj Trostenez abkommandiert war, dem größten nationalsozialistischen Vernichtungsort in Weißrussland, nur wenige Kilometer von Minsk entfernt, die siebzehnjährige Ilse. Moderieren wird die Veranstaltung Markus Roth. Der Eintritt ist frei.

 

Archiv

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′Nationalität: Staatenlos. Die Geschichte der Selbstfindung eines Kindertransportkindes′ Buchvorstellung mit der Autorin Ruth Barnett im Rathaus Gießen am 13. Februar 2017 um 19.00 Uhr Ge

Als Vierjährige gelangte Ruth Barnett 1939 mit ihrem Bruder in einem Kindertransport nach Großbritannien. Der jüdische Vater entkam nach Shanghai, während die nicht-jüdische Mutter in Deutschland blieb. Erst zehn Jahre später sah Barnett ihre Eltern wieder.
Unter dem Titel „Person of No Nationality. A Story of Childhood Loss and Recovery“ erschienen Barnetts Erinnerungen an ihre Kindheit bereits 2009 in England. Anschaulich erzählt sie darin von ihrer schwierigen Existenz als heimat- und staatenloses Mädchen in der Fremde, von ihren Jahren in Heimen und Pflegefamilien. Nach dem Krieg wurde Ruth gegen ihren Willen nach Deutschland zu ihren Eltern zurückgeholt, durfte aber nach England zurückkehren als deutlich wurde, wie unwohl sie sich in Deutschland und bei ihren leiblichen Eltern, von denen sie sich völlig entfremdet hatte, fühlte. Deutschland besuchte sie von da an nur noch in den Ferien. Nach dem Studium heiratete Ruth ihren jüdischen Freund und konvertierte zum Judentum. Sie bekamen drei Kinder und 2008 feierten sie goldene Hochzeit. Ruth Barnett war 19 Jahre lang Lehrerin und 28 Jahre lang als Psychotherapeutin tätig. Bis heute erzählt sie ihre Geschichte häufig in Schulklassen und vor Studenten.

Anfang Dezember 2016 erschien das Buch nun auch erstmals in deutscher Übersetzung in der gemeinsamen Schriftenreihe der Ernst-Ludwig Chambré-Stiftung und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur „Studien und Materialen zur Holocaust- und Lagerliteratur“ unter dem Titel „Nationalität: Staatenlos. Die Geschichte der Selbstfindung eines Kindertransportkindes“ im Metropol-Verlag. 

Seit Ursula Krechels Roman „Landgericht“ ist Barnetts Lebensgeschichte einer großen Leserschaft bekannt. Der Roman erzählt den Lebensweg der Familie des jüdischen Richters Richard Kornitzer – er war der Vater von Ruth Barnett. Mit Ruth Barnetts Bericht liegt nun die Geschichte auch aus der Sicht der Tochter vor. Das ZDF hat den preisgekrönten Roman von Ursula Krechel 2016 unter der Regie von Matthias Glasner verfilmt. Der Zweiteiler wird ab Ende Januar 2017 im ZDF ausgestrahlt.

Die Lesung, die von Heidrun Helwig (Gießener Anzeiger) moderiert wird, findet am 13. Februar 2017 um 19.00 Uhr im Rathaus der Stadt Gießen im Hermann-Levi-Saal (Konzertsaal) am Berliner Platz 1, 35390 Gießen, statt und ist eine Gemeinschaftsveranstaltung des Vereins Criminalium e.V. und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der JLU Gießen.


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