am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Netzwerk der Lagergemeinschaften bringt aus Anlass der Bundestagswahl am 24. September 2017 in einer Erklärung Besorgnis über den weltweiten Rechtsruck zum Ausdruck

23.08.2017

August 2017

Die Vertreter der von den ehemaligen Häftlingen der Konzentrationslager gegründeten Interessenverbände bringen in einer Erklärung ihre große Besorgnis angesichts des weltweiten Rechtsrucks und die Erfolge der Rechtspopulisten in Europa und Deutschland zum Ausdruck.

In der Erklärung fordern sie unter anderem dazu auf, sich den momentan europaweit wiederauflebenden nationalistischen und völkischen Ideologien entgegenzustellen, die sich nicht nur gegen alles vermeintlich Fremde und Andersartige und ein geeintes Europa richteten, sondern auch gegen die über Jahrzehnte erkämpften Errungenschaften der demokratischen Zivilgesellschaft. Diese Werte, wie Offenheit und Akzeptanz, Solidarität und Mitbestimmung, Emanzipation und Schutz von Minderheiten, nicht zuletzt die Freiheit der Presse und von Wissenschaft, Kunst und Kultur, gelte es mit allen Kräften zu verteidigen und den reaktionären Tendenzen entgegenzutreten.
"Wir [...] wenden uns deutlich gegen jegliche Form rechter, menschen- und demokratiefeindlicher Ideologien und Tendenzen und stellen uns dieser wachsenden Bedrohung, gemeinsam mit allen demokratisch Gesinnten, nach Kräften entgegen. Nach dem sich abzeichnenden Ende der Zeitzeugenschaft kommt den KZ-Gedenkstätten und den Gedenkstätten und Museen zum NS-Terror eine noch größere Bedeutung in der Vermittlung der Geschichte zu. Daher fordern wir von der Bundesregierung und den Landesregierungen eine intensivere Förderung dieser Gedenkstätten und Museen. Ebenso fordern wir alle Vertreter der demokratischen Parteien auf, dies zu unterstützen und sich für eine bessere Ausstattung der Gedenkstätten einzusetzen, insbesondere im Bereich der pädagogischen Arbeit. Junge Menschen müssen die Möglichkeit erhalten, sich qualifiziert und differenziert mit diesem Teil der Geschichte zu beschäftigen, um sich kritisch mit den Inhalten des Rechtspopulismus auseinandersetzen zu können."

Die vollständige Erklärung finden Sie hier.


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