am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Internationaler Tag zum Gedenken an die Ermordung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus

02.08.2019

2. August 2019

Heute vor 75 Jahren wurden im "Zigeunerlager" (Lagerabschnitt B II e) von Auschwitz-Birkenau die noch etwa 4000 verbliebenen Sinti und Roma von den Nationalsozialisten ermordet. Der Tag gilt daher als europäischer Gedenktag für den Genozid an den Sinti und Roma.
Von Beginn an wurden Sinti und Roma während des Nationalsozialismus schrittweise entrechtet, ihrer Lebensgrundlagen entraubt und später deportiert und ermordet. Doch die Anerkennung und Wiedergutmachung des Völkermordes blieb nach Ende des Zweiten Weltkriegs lange aus. Erst in den 1980er Jahren setzte allmählich ein Paradigmenwechsel ein. Doch bis heute stößt die Minderheit  auf Ablehnung und ist tiefsitzenden Ressentiments und Vorurteilen ausgesetzt. Ihre Geschichte ist im Erinnerungsdiskurs kaum vorhanden.
Der internationale Gedenktag an den Genozid gegenüber Sinti und Roma im Nationalsozialismus ist gerade deshalb auch ein Tag, an dem man sich gegen Hetze, Diskriminierung und für Respekt und den Schutz vor Verfolgung positionieren soll – so das Deutsche Institut für Menschenrechte.

In diesem Jahr wird die Gedenkveranstaltung vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Kooperation mit dem Verband der Roma in Polen und dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau in der heutigen Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau organisiert. Neben den Überlebenden nehmen zahlreiche Vorstände der Landes- und Mitgliedsverbände des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma an dem Gedenkakt teil.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.


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