am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Die jüdische Gemeinde Gießen feierte ihr 40-jähriges Bestehen - Festvortrag von Sascha Feuchert

25.05.2018

23. Mai 2018

 
Ihr 40-jähriges Bestehen seit der Neugründung feierte die jüdische Gemeinde in Gießen am 23. Mai 2018 im bis auf den letzten Platz besetzten Hermann-Levi-Saal im Gießener Rathaus. Dow Aviv, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, erzählte unter anderem von den Anfängen der jüdischen Gemeinde 1978, die von anfänglich 26 Mitgliedern auf momentan 370 Angehörige angewachsen ist. Im Hinblick auf den neuaufkommenden Antisemitismus und den Umgang mit dem Holocaust im Schulunterricht betonte er, dass es wichtig sei, Juden nicht nur als Opfer darzustellen und sich nicht auf den Zeitraum der NS-Diktatur zu beschränken.
Sascha Feuchert sprach in seinem Festvortrag unter anderem über die Herausforderungen und Möglichkeiten, dem erneut aufkeimenden Antisemitismus zu begegnen, etwa durch die Ausbildung von zukünftigen Lehrern zu "Gedenkstätten-Teamern". Problematisch sei, dass Lehrern im Berufsalltag oft die Zeit fehle, Fahrten zu Gedenkstätten vor- und nachzubereiten. Dabei seien gerade in der Zeit nach den Zeitzeugen diese Fahrten immer wichtiger, so Feuchert. Verpflichtende Besuche seien jedoch kontraproduktiv: "Zwang erzeugt Abwehr", so Sascha Feuchert.
 
Grußworte sprachen außerdem unter anderem der Propst der evangelischen Kirche Hessen-Nassau, Matthias Schmidt, der Oberbürgermeister von Wetzlar, Manfred Wagner, und Dr. Jakob Gutmark als Vorsitzender des Landesverbandes Jüdische Gemeinden in Hessen, ebenso wie Wolfgang Greilich, Vizepräsident des hessischen Landtages, und Dietlind Grabe-Bolz, Oberbürgermeisterin der Stadt Gießen.
 
Ein Artikel zum Festakt ist am 25. Mai im Gießener Anzeiger erschienen, den Artikel finden Sie hier.

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